fognin

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zurück Frühstücksbühne Marianne Tralau

Aufgehangen in der Frühstücksbühne
Bilder von der Eröffnung & Finissage
die ausgestellten Fotos
Texte zur Ausstellung

Bilder und der Dilettant

Ein Märchen um
fognin

fognin erblickte irgendwann im Alter zwischen 16 und 18 das Licht der Welten. Eigentlich waren fognin zwei: der Maler, der dichtete und der Dichter, der malerte. Beide meinten zur Abgrenzung ihrer wahren Kunst ihren Namen bei dilettantischen Versuchen hinter einer Maskierung verbergen zu müssen. Künstler, die keiner kennt (auch sie selbst sich nicht), haben empfindsame Namen! Sie wählten gemeinsam fognin und stellten dem Pseudonym ihren umgekehrten Vornamen vorab. Der Maler Nitram entschwand dem Dichter aus den Augen und aus dem Leben, und die Dichtkunst entschwand dem nun Nackten. Er ging in die Welt und wurde nichts. Aber er blieb fognin und war es immer dort, wo er etwas tat, von dem er noch weniger verstand. Er verlegte Schriftwerke, gestaltete Internetportale und musik- und fotografierte. Immer als fognin. Nebst anderem war diesem fognin auch sein Vorname (der ja sowieso verkehrte) abhanden gekommen.

Während fognin in der Welt immer weniger wurde, nahm er zu. Jetzt ist er dick genug, um wichtig genommen zu werden (richtig, denken Sie ruhig an Cäsar!). Natürlich nur da wichtig, wo Wichtigkeit unbedeutend ist. Aber deutlich genug bedeutend, dass Sie versuchen, seine Vita zu lesen. fognin dankt herzlich, er verdankt Ihnen, dass er nicht ganz entschwunden ist - und diese Ausstellung.

www.fognin.net
www.fognin.net 
www.fognin.org 
www.fognin.com 
Austellung@fognin.net

Eckernförder hängung

„…um dann allein, ohne Erinnerung und ohne Glauben, in der Welt der Menschen seiner Zeit und ihrer schrecklichen, erregenden Geschichte zu landen."

Albert Camus, „Der erste Mensch"

 

Bürger einer Stadt. Portraitartige Monographien. Keine artigen Portraits. Ein roter Faden materialisiert – ist er der Serie, dem Konvolut nicht sublim immanent? Scheinbar zufällig gefügte Physiognomien und kryptische Geschichte zugleich, die wir schon bei flüchtiger Betrachtung wahrzunehmen glauben. Wir fahren durch eine Art Geisterbahn der Polis, müssen nicht schaudern, weil wir keinen Grund finden, weil wir keinen Boden haben, den wir verlieren können; denn wir werden zum Teil des Panoptikums.

fognin hat erwischt und verhängt, sein Blick rezipiert nicht, er scannt und bucht. Mit eukalyptischer Grandezza mikroskopiert er das Plasma der Polissphäre, ohne seine Objekte zu instrumentalisieren. Blasphemische Parodistik konvertierend zu manifest latentem Authentizismus kanalisiert er in seiner „Eckernförder Hängung" lapidare Monaden zur kongenialen Corona.

Wer nicht erkannt wird, bleibt nicht unerkannt.
Wer unerkannt bleiben wollte, wird erkannt.

Durch den transperstruktiven Hängungsmodus werden konspirative Trossen geknüpft, die omnilaterale Unverbindlichkeit zwangsgespleißt, das prolongierte „Verhängnis" mit seiner augenfälligen, poligonal überzeichneten Gravitationsaffinität fokussiert sich selbst und treidelt sich grotesk bis ins Epizentrum der Rezeption. Wo ist der Anker? Oder sind wir auf dem Weg ins Krähennest? Werden wir gar kielgeholt? Das „Red Rope", das rote Seil, ist omnipräsent und lässt sich uns verfangen - erhängt uns gar? Die paranautische Metapher des New Europe (= gutes Seil) drängt sich auf. Hier in der kleinen Fischerstadt. -

Warum nicht?

„…ich will euch zu Menschenfischern machen" – „…, und er ging hin und erhängte sich."

Zitate aus allzu bekannter Geschichte, begeben in provinzieller Pescescapenda.

Sind wir im Netz? Gefangen, verhangen mit Socken und Säcken? Die Schuppen fallen uns in die Augen!

Das feuerrote Tau: Friendly Fire –
das blutrote Tau: Der Rezipient als Kollateralschaden. Knoten, Verknüpfungen, Fesseln, Tütelkram - Hier wurde etwas entwickelt. Und neu gesponnen.

Wir sind am Netz. In sanguinischer Röte drängt der Faden durch die Räume aus den Räumen und will umspannen, transformieren. Netzwerk – Umspannwerk. Macht sich auf die Socken. Lebensfreude wie Sand am Meer. Wird immer weitergesponnen bis zum Pan-Tau, dem Alles Umspannenden, bis zum Krakatau, dem Alles Umschlingenden, zum Tauteking, dem Tau der Könige, den Siedepunkt der Hemmschwelle überschreitend – wie einst den Ropikon.

Tau, schau, wem du dich um den Hals legst, wer sich an dich klammert. Ungepudert. Morgen, Tau, wirst du dich weiter entwickeln – nach Plan. Einem aus Eckernförde.

Was, wenn Alles kommt und sich erblickt in globalem Verhängnis? Tau, geh’ nicht!

Alles hängt davon ab!

Jonathan S. Weiszbrodt
OMD Vaduz

 

Expertenbrief zur Eckernförder hängung


Lieber JSW

verzeih´ mir die vertrauliche Anrede, alter Seelenkumpel! Du fragtest nach unserer Seilschaft? Die Eckernförder Hängung ist vollkommen unabhängig von dem, was aufgehängt wird: Ob Bilder, Wäsche oder Alltagsgegenstände wie gebrauchte Pariser: Hauptsache nicht zu schwer. Deshalb kümmere dich inhaltlich bitte nur um die Eckernförder Hängung, nicht um das Er- und Aufgehängte. Das nautische Element ist einfach: Eine ROTE maritime dünne Leine wird durch einen Raum gespannt - immer an der Wand lang -, geführt über unzählige Haken. Damit die Leine straff bleibt und nicht durchhängt, werden gelegentlich Sandsäcke mit eingehängt, die für die nötige innere und äussere Form sorgen. Hier sind die Sandsäcke Kinderstrümpfe, die, mit reichlich Sand gefüllt, leise vor sich hinrieseln . Aber auch Küchenhandschuhe in geschmacklosem Hausfrauengelb können diese Aufgabe übernehmen. Selbstverständlich: Die dünne Kunststoffleine bleibt jungfräulich: NIEMALS wird sie gekürzt, eher begibt sie sich, so möglich und nachbarkompatibel, durch das ganze Haus, umgelenkt über, so pekuniär erlangbar, unzählige Rollen und maritimen Klöterkram. Praktischer Nutzeffekt in der letzten Strophe: In der Küche finden endlich die Teebeutel einen ansprechenden Platz, im Klo kann man das benötigte Papier sparsam einzeln aufhängen (das gebrauchte bitte nur an die untere Leine!!). Klar: Die Frühstücksbühne als subversiver Anfangsort kann nur Ausgangspunkt eines fortschreitenden Erfolges sein: Ergriffen vom praktischen Nutzwert dieses kunstgeprägten Umspannens, werden die kulturbewegten Massen das Seil des Lebens verlängern, die Stadt ergreifen, die Bürgermeisterin einwickeln, die Straßen durchmessen, die Häuser vernetzen, sich in den Alltag hineinklammern. Aber weiter: Das Meer, bereits durch nur zu praktische elektrisch transportierende Kabel durchtrennt, wird rotleinig geheilt, die Schnur schreitet voran zu den Partnerstätten, holt Pillau heim ins Reich, reicht noch weiter und knüpft, sozial wie emotional, Verbindungen um unseren wackligen Globus, der endlich durch unser Eckernförder Seil zusammengehalten und gefestigt wird. Wie denn sollten die kriegslüsternen Amerikaner eine Rakete abschießen können, die rotumfadet, durch den allfälligen Seilriss in Kasachstan eine besonders scheußliche Erb-Blumenvase umschmeissen müsste.

Unerwähnt ist die andere Wesensseite der Hängung bisher: Die Klammerung. Ob Schweiß-, Wäsche-, Haushalts-, Party- oder Büroklammern: Unsere schöne Welt wird bunt zusammengehalten. Amen!

Dein M. K.-W. Kicherbaum,
Ing. für verhaltene Denkprozesse. Zugelassen bei den Gerüchten aller Küchen.

 

Eckernförder hängung

Eckernförde ist recht friedlich,
unsre Ostseestadt,
trotzdem findet hier und heute
eine Hängung statt.
Künstler, Bürger und Touristen
wurden rausgefischt,
zur falschen Zeit am falschen Ort
und schon hat’s dich erwischt.

Eckernförder Hängung…….
Es ist eine Massenhängung,
trotzdem ist’s kein Mord,
folge nur dem roten Faden,
dann siehst du’s sofort.
Zeitgenossen aufgehangen,
das erblicken wir,
knipps! Vom Objektiv gefangen,
schwupps! Schon hängst du hier.

Refrain:
Lass dich gehen, lass dich hängen,
nur heraus aus allen Zwängen,
ich versicher dir bestimmt:
hier hängst du gut,
bei der Eckernförder Hängung,
ganz bequem, ohne Anstrengung
und es fließt wahrscheinlich
nicht einmal dein Blut.

 

Aufhängung / Seilschaft
ROTE-KUNST-SEILSCHAFT
fognin & Marianne Tralau

- Ihre Wohnung wird zum Kunstwerk

- Sie selbst brauchen nichts zu verändern – das tun wir

- Wir verseilen Ihre Wohnung. ROT

- Wir schaffen Interieurs

- Selbst Ihr Chaos wird charmant.

Preise:

5,00 pro laufenden Meter Seilverbrauch.

Bei Verbindungen von Fenster zu Fenster außen evtl. Gefahrenzulage nach Vorbesichtigung.

Sozialpreise

50% der Erlöse werden zur Realisierung weiterer Ausstellungen in der Frühstücksbühne verwandt.

(Der Rest: 25% für Materialkosten, 25% versaufen der fognin und die Galeristin gemeinsam)

 

F R Ü H S T Ü C K S B Ü H N E

Einmal im Monat ist der Ausstellungsort FRÜHSTÜCKSBÜHNE das, was er im Namen verspricht: man kann dort essen, trinken, zuhören, zuschauen, lachen - und selber auf der Bühne agieren.

Was: Singen, tanzen, vorlesen, Kopf stehen, ein Gedicht aufsagen –

Profi sein oder nicht sein ist unwichtig.

Wichtig ist: Bringen Sie etwas mit!
Für den Frühstückstisch und für die Bühne

Die Termine bis zum Jahresende, jeden 1. Sonntag im Monat, jeweils 12 Uhr mittags

FRÜHSTÜCKSBÜHNE,
St.-Nicolai-Str.7,
Eckernförde,
Tel. 04351 - 726404


www.m-tralau.de
landart@m-tralau.de

Aufgehangen in der Frühstücksbühne
Bilder von der Eröffnung & Finissage
die ausgestellten Fotos

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Letzte Aktualisierung  17.02.12
durch Markus Feuerstack
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