es handelt sich immer um den Artikel
wie er geschrieben wurde, nicht wie er veröffentlicht wurde
| Eckernförde Piratentage: Ein Jugendroman | Jörg Lütjohann hat ein Buch für Kinder geschrieben: „Piratentage“ spielt in Eckernförde |
![]()
|
Piratentage. Ein Buch mit
diesem Titel kann doch eigentlich nur in Eckernförde spielen. Aber
nur in unserem, heutigen Eckernförde, denn mit historischen Piraten
war es wohl etwas dünn gesät in den alten Zeiten, oder? Wer bisher
glaubte, die Grundlage der Piratentage sei ausschließlich Marketing,
wird von Jörg Lütjohann eines Besseren belehrt. Der Hohenwestedter
Grundschul-Lehrer zeigt in seinem Roman für Kinder und andere Abenteurer,
dass es wohl doch Piraten gegeben haben muss, denn was für ein großer
Segler ist es denn sonst, der in Sichtweite der Küste im Jahre 1783
ankert? Tim und Anja, die es unvermutet von den Eckernförder Piratentagen
in die historische Vorzeit verschlagen hat, merken schnell, welch
raue Gesellen auf dem Boot sind. 070502 Eckernförder Zeitung |
| Ganz Altes trifft auf Neuestes |
Unter dem programmatischen Namen „Klangräume“ musizierte das Vocalensemble voces aus Berlin in einem Konzert mit den Neutönern Beatrix Wagner und Gerald Eckert aus Eckernförde. |
| Sebastian Schwarze, Karola Hausburg,
Katja Kanowski, Beatrix Wagner (v), Friedemann Gottschick, Dirk
Hauenschild, Gerald Eckert
dito |
Als letzte
Veranstaltung vor der zweimonatigen Renovierungspause wurde nochmals
ein besonderes Konzert in der St. Nicolaikirche präsentiert: Das
in Berlin beheimatete Vocalensemble voces gastierte mit einem a
capella Programm. Voces sind außer der Eckernförder Kantoristin
Katja Kanowski noch Karola Hausburg, Dirk Hauenschild, Friedemann
Gottschick und Sebastian Schwarze. Die Sänger, die jeweils auch
als Solisten arbeiten, lernten sich 1991 beim gemeinsamen Studium
an der Berliner Kirchenmusikschule kennen. Ihr Programm umfasst
Werke, die zeitlich von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert
reichen. Bei dem Eckernförder Konzert wurden Werke von Carlo Gesualdo
(1594), Hugo Distler (1934), Sven Erik Bäck (1965) und Josquin Deprez
(1490) gesungen. Das Konzert wurde abgeschlossen mit chorischen
Werken von William Byrd (1589) und Knut Nystedt (1969). Diesem großen
zeitlichen Bogen gesellte sich ein weiterer, musikalischer Brückenschlag
zu: Gerald Eckert und Beatrix Wagner präsentierten Werke der neuesten
Zeit. Als Nestor dieser Stücke zeigte sich „Mod´ son 6“ (1986) von
Francois Rossé. Dieser Französische Komponist befasst sich gerne
mit Improvisation. Entsprechend mager fallen die festgelegten Elemente
aus, die Beatrix Wagner auf der Alt-Querflöte und Gerald Eckert
am Cello zu gestalten haben. Das Stück, das von Wasserspielen inspiriert
wurde, verbreitete schnell eine gelöste „feuchte“ Atmosphäre im
Kirchenraum. Eine Besonderheit war bei dem modernen Programmteil dieses Konzertes die Wiedergabe mehrerer Stücke die für das Medium Tonband geschrieben wurden. Von Gerald Eckert erklang gleich zum Konzertbeginn das Stück „Diaphane“ von 1995. Diaphane heisst durchscheinend. Die teilweise heftigen und lauten Klangstrukturen dies Werkes lösten reiche Assoziationen aus. „Dieses Werk besitzt eine „Tiefenschärfe“ und sucht die Strukturen, die hinter der „bloßen Lautheit“ liegen,“ erläuterte der der Komponist seine Komposition. Ein weiteres „Wasserstück“ hatte den Titel „Dreams in the desert“ und wurde für 2-Kanal-Tonband von Elaine Lilios 2001 geschrieben. „Eine sehr subjektive Beschreibung von Assoziationen auf einem Wüstentrip“ erläutert Gerald Eckert, der hier als Klangregisseur fungierte. „Klangräume2“ ist von 2000 und wurde von Eckert für Tonband und Piccolo geschrieben. Bei dem Stück geht es um eine Auseinandersetzung zwischen Instrument und Elektronik und eine Verknüpfung zwischen Grafik und Klang. Eckert wollte grafische Konstruktionen mittels Computer / Synthesizer in Beziehung zueinander setzen. Der Komponist erläuterte: „Gegenstand der Auseinandersetzung mit grafischen Strukturen war der Gedanke, Architektur als außerzeitlich erfassbare Gesamtheit in musikalische, d.h. zeitlich sich kontinuierliche abwickelnde Klangräume umzusetzen.“ Das Publikum reagierte begeistert auf die äußerst kraftvolle, teilweise sogar gekonnt aggressive und scheinbar nicht von Atempausen unterbrochene Spielweise von Beatrix Wagner. Das Konzert in seiner Gegensätzlichkeit der musikalischen Ausdrucksweisen wurde von den Besuchern als reizvoll erlebt: „Ein Wechselbad ergreifender Gefühle“ habe sie erlebt, bekannte eine Besucherin beim Verlassen des Kirchenraumes. 020603 Eckernförder Zeitung |
| Finissage mit Überraschung | In Marianne Tralaus Frühstücksbühne ging die Ausstellung „Taschen und Beutel“ von Carola Willbrand zu Ende |
![]() Carola Willbrand: „Herzen muss auch hinter sich lassen können!“ ![]() Carola Willbrand Beutel und Herzen bewegend ![]() Künstlervolk: hinten: Carola Willbrand, Felix mit Cordula Thonett, Marianne Trallau vorne: Josefina und Mila Thonett |
„Herztöne“ lautete der Titel
der Performances, die Carola Willbrand als Schlusspunkt ihrer Ausstellung
„Taschen und Beutel“ geplant hatte. Sowohl Taschen als auch Herzthemen
sind zentrale Punkte in den künstlerischen Prozessen der Kölnerin.
„Ich interessiere mich für Behältnisse“ bekennt sie und weist damit
Parallelen der Themen auf: „Beides sind Frauen-Themen, Taschen und
Herzen“, die sie als Bildhauerin aufgreift. In ihrem geräumigen
Taschenkleid, bestehend aus einem normalen, aus einem bei einer
Ausstellung gebrauchten Vorhang genähten Kleid mit unzähligen innen
und außen liegenden Taschen in verschiedener Größe und einem ebenfalls
ausgestellten Rucksack in Herzform hat sie das gesamte Ausstellungsmaterial
von Köln nach Eckernförde transportiert: Per Bahn! Bei solchen Anlässen
kommen dann schon wunderbare Begegnungen zustande, mit leicht irritierten
Zeitgenossen, die verwundert erleben, wie aus der Taschenflut ein
unbeschreiblicher Inhaltswust herausgekramt wird. Akkurate Schweizer
Grenzbeamte, bemüht eine ordentliche Deklaration zu schreiben, gerieten
an das Ende ihrer professionellen Ruhe bei einer ähnlichen Reise.
Nur zu gern kam die bunt gekleidete Künstlerin der Aufforderung
nach, doch mal auszupacken. Vor den Augen der verzweifelnden Beamten
wurden mit lasziver Langsamkeit wunderlich geformte Gebilde herausgeholt,
von niemals endenwollender Länge, in pink und himmelblau, herztönend
knisternd unter den geschickten Fingern ihrer Schöpferin. All diese
Teile wurden von den Grenzwächtern vermessen und erfasst und als
Einreisedeklaration fast schon selbst zum sprachlichen Kunstwerk
geformt. Solche, und ähnliche bunte und mittreißende Geschichten erzählte Carola Willbrand bei der Finissage in der Frühstücksbühne. Ihr Geschenk an das Publikum wurde mit einem überraschenden Gegengeschenk beantwortet: Die acht und zehnjährigen Enkelkinder der Galeristin zeigten einen gemeinsam einstudierten Bauchtanz. Ankündigen liessen sie sich von der Puppe Felix, der ihre Mutter, die Puppenspielerin Cordula Thonett Stimme und Bewegung lieh. So wurde aus dem Ausstellungsende ein kleines Fest, das zur nächsten Veranstaltung am 22. Juni mit Installation von Scherenschnitten von Marianne Tralau hinüberleitet. 060603 Eckernförder Zeitung |
| Zuzana Hlináková illuminiert im Kulturpark | Einen besonderen Auftakt des Feuerwerks anlässlich der Eckernförder Festtage hatten sich die Künstler des Kunst und Kulturvereins ausgedacht: Zuzana Hlináková Objekt „Sieben Gärten“ wurde illuminiert. |
![]() |
Da staunten die Passanten
die in Vorfreude auf das festliche Feuerwerk an der Kurpromenade
entlang schlenderten nicht schlecht: In warmen Rottönen flackert
ein harmonischer Lichterschein über die Wiese. Dort stehen derzeit
diverse Objekte und Plastiken die der Kulturverein in Rahmen seiner
jährlichen Aktion „Kulturpark“ der Öffentlichkeit präsentiert. Das
markante Landartobjekt „Sieben Gärten“ bestehend aus 49 großen Blumentöpfen,
quadratisch angeordnet und umgeben mit einem kleinen Mauerchen aus
gebrannten roten Ziegelsteinen leuchtete zart von Innen. In den
Töpfen sorgten kleine Teelichte für erstaunlich viel Licht, das
mit fortschreitender Dunkelheit immer mehr Besucher auf die Wiese
zog. „Da gehört Sand rein“ meinte eine Besucherin kategorisch. „Sie
dürfen reinfüllen was Sie wollen“ antwortete Zuzana Hlináková „allerdings
in Gedanken“ fügte sie schelmisch hinzu. Die Künstlerin wurde in
der Slowakei geboren, sie studierte Kunstpädagogik und Bildhauerei
in Kiel. Wer einen an einem Laienkurs in Darry Anfang August mit
dem Thema: „Skulpturen aus Stein - Bildhauerwerkstatt unter freiem
Himmel“ interessiert ist, kann unter 0 4347 - 90 84 47 Kontakt aufnehmen.
130703 Eckernförder Zeitung |
| Camus Drama „Die Besessenen“ in der Waldorfschule | Mit den Erscheinungen des Materialsmus beschäftigt sich das Stück von Albert Camus. Können heutige Schüler dem Stoff von 1959 gerecht werden? |
![]() Gruppenbild mit Souffleuse ![]() Die jugendlichen Schauspieler in dem stimmungsvollen und vielseitigen Bühnenbild |
Am Mittwoch und am Freitag
jeweils um 20 Uhr spielen die Schüler der 12 Klasse der Waldorfschule
das Stück „Die Besessenen“ von Albert Camus. Das Stück beruht auf dem Roman „Die Dämonen“ von Fjodor Dostsojevskij. Literaturnobelpreisträger Camus verdichtete 1959 den Inhalt des meisterlichen Romans und arbeitete die zentralen Fragestellungen für die Theaterfassung meisterlich aus. Stepan Trofimowitsch, ein alternder Dichter lebt in einer russischen Kleinstadt in dem Haus seiner Freundin, der Generalin Wawara Stawrogina. Seinen Sohn Peter hatte er ins Ausland gebracht und sich schließlich der Erziehung Nikolai Stawrogins, dem Sohn Wawaras, gewidmet. Nikolai kehrt aus dem Ausland zurück, nachdem er dort in Streitigkeiten verwickelt war. Peter Trofimowitsch, ebenfalls wieder nach Russland zurückkehrend, will mit ihm zusammen eine Terroristische Organisation aufbauen. Der ältere Stepan Trofimowitsch hegt zwar auch Kritik an den Verhältnissen in seiner Heimat, aber ist vollkommen in seine Gedankenspiele verfangen und unfähig zu handeln. Selbst seine persönlichen Liebesangelegenheiten bekommt er nicht geregelt. Er und seine Mitstreiter hegen zwar große politische Pläne, kommen aber nie dazu, diese in die Tat umzusetzen. Nikolai Stawrogin, der eine schreckliche Tat aus seiner Vergangenheit auszulöschen versucht, reißt - auf der Suche nach Vergebung - auch seine Mitmenschen ins Unglück. Die Ereignisse steigern sich schließlich bis zu einem tragischen Ende. Das Stück, das als Klassenspiel der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Eckernförde Teil des Abschlusses ist, haben sich die Schüler selbst ausgesucht. Zur Begründung steht in dem gekonnt gestalteten Textheft: „Den Ausschlag zugunsten der Besessenen gab letztendlich unsere Einsicht darein, dass wir eher eine russische als eine chinesische Klasse sind. Außerdem konnten wir uns alle auf dieses Drama einigen, da uns einerseits das Milieu, in dem das Stück spielt, gefiel, und da uns auch die philosophischen und ethischen Fragen, mit denen es sich beschäftigt, interessieren.“ Wie üblich gestalteten die Schüler fast alles um die Inszenierung selbst: Kulissenbau, Kostümschneiderei, Beleuchtung und Plakat und Programmheft gestalteten sie zusammen mit ihren Lehrern und integrieten so praktische Fähigkeiten in den Schulalltag. Nur sechs Wochen gönnten sie sich für die Proben um doch in dieser kurzen Zeit zu reifen Leistungen aufzulaufen. Mehrere Rollen sind an den beiden Aufführungstagen unterschiedlich besetzt, alle Schüler haben so Gelegenheit ihre schauspielerischen Fähigkeiten zu präsentieren. Diese sind nicht gering, wie die Generalprobe, zu der die EZ geladen war, zeigte. Den jungen Menschen gelang es nicht nur in der kurzen Probenzeit ihre Rollen auszuarbeiten, auch mit dem anspruchsvollen Inhalt haben sie sich merklich auseinandergesetzt und in die Stimmungen und Spannungen des vorrevolutionären Russlands eingelebt. Besonders gelungen ist auch die Inszenierung als Ganzes. Andreas Voigt, der dafür zeichnet, merkt man seine professionelle Erfahrung aus dem Thetaterbereich an. Der 1958 in Kiel geborene Lehrer kann auf ein langjähriges Wirken als Schauspieler und Theaterpädagoge zurückschauen. Geradezu genial muten seine Entwürfe von Bühnenbild und Licht an, die sparsamst und multifunktional eingesetzt dem dramatischen Geschehen auf der Bühne einen verständigen Halt geben. Wer das spannende und erschütternde Drama erleben möchte, kann am Mittwoch den 18. Juni und am Freitag den 20 Juni die unterschiedlichen Bestzungen in der Waldorfschule, Schleswiger Strasse 112, ansehen. 170603
Eckernförder
Zeitung |
| Lesart – Volles Programm zu Wasser und zu Lande | Litera-Tour bietet die Reihe Lesart mit vielfältigen Höhepunkten für das literarisch interessierte Publikum an wechselnden Schau- und Hörplätzen |
![]() Sprechspieler Gerald Friese www.sprechspieler.de ![]() One Night Band ![]() One Night Band |
Zum Auftakt geht die zweite
Runde der Lesart Reihe hinaus aufs Meer. Mit der vom Kulturbeauftragten
Sven Wlassack in „Musenschiff Borby“ umbenannten MS Borby wird das
Publikum nicht nur in die Weiten der See gelockt, auch die Literarische
Reise gruppiert sich rund um die Eckernförder Bucht. Heimische Autoren
wie Wilhelm Lehmann, Detlev von Liliencron, Gustav Falke, Dolly
Steffen, Jörg Lüttjohann, Roswitha Ceglars und Ilse Behl kommen
neben vielen anderen zu Wort. Sprachlich und szenisch vorgetragen
von dem Hamburger Sprechspieler Gerald Friese, der bei kleineren
Auftritten schon die Ohren und Herzen des Eckernförder Publikums
erobert hat. Die literarische Seereise wird außerdem begleitet von
der heimischen „One Night Band“. Sigi Siemsen (Gesang), Rainer Beuthel
(Bass) und Achim Prigge (Gitarre) sind musikalisch bei den „Eckernförder
hafenmusicern“ beheimatet und werden, diesmal über die offenen Wogen,
immer wieder gern gehörte Jazzstandards aus den 50er und 60er Jahren
ertönen lassen. Da Kultur bekanntlich auch durch den Magen gehen
soll, ist für Essen und Trinken bei der Veranstaltung am Freitag
den 8.8. von 20 bis 22 Uhr auch gesorgt. Karten gibt es ab Montag
in der Stadtbibliothek. 170703
Eckernförder
Zeitung |
| Mit den Schmieden im Wind | „Einmal auf einem Schiff hinaus“ Dieser Traum verwirklichte sich jetzt für die gestaltenden Schmiede, die Eckernförde mit ihrer Kunst verschönert hatten. |
![]() Sabine Arend Steinke und die Wikinger begüssen die Gäste an Board mit einem traditionellen Schluck Met. ![]() entspannte Seeromantik an Board des Traditionsseglers Platessa ![]() Sabine und Bernd Steinke erheben Ewald Huss in den Botschafterrang ![]() Segelbergen durch die junge Mannschaft der Platessa: (.l.n.r.) Anton und Tosca helfen Hans-Peter Blaser |
Aus ganz Europa
kamen die 55 Schmiedekünstler, die mit ihren vielfältigen Skulpturen,
Objekten und sakralen Kunstwerken Eckernförde zur heimlichen Hauptstadt
geschmiedeter Kunst kürten. Verständlich der Wunsch, einmal auf
einem der großen Holzschiffe hinauszufahren, haben doch die Traditionssegler
einen deutlichen Anteil an dem typischen Eckernförder Ambiente.
Ewald Huss, der markante Skipper der „Platessa von Esbjerg“ (www.platessa.de)
und Sabine Arend-Steinke und Bernd Steinke von SAS Marketing waren
sich schnell einig, diesen Wunsch nicht nur zu erfüllen, sondern
auch gleich zum Kulturtreff auszubauen. „von Feuer und Eisen geprägte
Gesichter“ fand Bernd Steinke, „passen auf ein Traditionsschiff“.
Ewald Huss, selber hatte er einst Schmied gelernt, wusste: „Schmiede
sind besondere Menschen, das macht das Feuer“. Zusammen mit Heiner
Marten, dem örtlichen Botschafter und Organisator der internationalen
Schmiede luden sie Eckernförder Künstler, Käufer und Sponsoren der
Schmiedekunst, die Bürgermeisterin Susanne Jeske-Paasch, und natürlich
die Schmiede selber zur Entdeckungsfahrt in die Eckernförder Bucht.
Gestartet wurde außer mit der Platessa auch mit der schmucken Galeasse
Solvang. Empfangen wurden die Gäste bereits am Pier von einem Wikingerpaar in voller Rüstung. Zur Begrüßung gab es einen herzhaften Schluck Met und kurze Ansprachen der Veranstalter, die sich besonders auch über die Teilnahme von Bürgern freuten, die sich aktiv für den Verbleib von Plastiken in Eckernförde eingesetzt hatte. Zusammen mit anderen Anwohnern der Prinzenstrasse hatte die Familie Jäger sich für den Verbleib der Skulptur „Braunalge“ eingesetzt, die malerisch in der Lachsenbachmündung thront. „Die Skulptur wurde extra für diesen Standort von Hans-Jürgen Zyche geschmiedet“ erklärte Frau Jäger „und ist auch ein gelungener Schlusspunkt für die wunderbare neue Borbyer Promenade.“ Bürgermeisterin Susanne Jeschke-Paasch freute sich, nach kurzen einvernehmlichen Verhandlungen mit dem Künstler, den Bürgern zusagen zu können: „Die Plastik bleibt da!“ Zwei weitere Plastiken wurden der Stadt gestiftet: „Sounds“ von Michael Kaczmar verbleibt in unserer Stadt und der Lotuskelch von Martin Bläse aus der Sakralen Ausstellung in der Nicolaikirche wurde auch zum Verbleib gestiftet. Die anderen Objekte der sakralen Ausstellung wanden für acht Wochen weiter nach Kiel in die ev. Darlehensgenossenschaft. Ein weiteres Objekt, „Share-russel“ von Achim Kühn bleibt in der Nähe: Frau von Gerlach stellt das von ihr erworbene Objekt auf den Vorplatz von Gut Hohenstein. Die geruhsame Fahrt der Platessa und der Solvang in der von lauen Lüften des sanft über die Eckernförder Bucht streichenden Windes wurde begleitet von den gekonnten Klängen der Bordkapellen. Auf der Platessa musizierte die von der Hafenmusic-Reihe bekannte Gruppe „Blind Man´s Buff“ (www.bmb-seamusic.de) professionell und voller Lebensfreude Seemusik aus aller Welt. Gelegenheit zum Kennen lernen und Zeit für anregende Gespräche zwischen den verschiedenen Teilnehmern war ein erklärtes Ziel der Organisatoren und wurde auch reichlich genutzt. Heimisches Essen und Trinken dazu wurde von der Wittenseer Quelle, der Käserei Holtsee, der Getränkefirma Behn, der Brauerei Schleswig und der Eckernförder Räucherei Rehbehn und Kruse gestiftet. Feierlicher Höhepunkt der Fahrt war die Ernennung von Skipper Ewald Huss zum Botschafter des Wikingerlands. Sabine und Bernd Steinke, die auch das Tourismusportal www.Wikingerland.de betreiben, hefteten dem Skipper die strenge limitierte Möwe Thor in Form einer Krawattenklammer an das T-Shirt. Der so geehrte befindet sich jetzt in bester Gesellschaft: Neben Ministerpräsidentin Heidi Simonis tragen auch noch andere namhafte Vertreter der Öffentlichkeit diese Auszeichnung. Als am späten Nachmittag die beiden Schiffe mit ihren sonnendurchglühten Gästen wieder im Eckernförder Hafen anlegten, blieb eine kleine unermüdliche Schar an Bord um noch bis spät in die Nacht zusammen Musik zu machen und zu klönen. 200703 Eckernförder Zeitung |
| Die Wiese blüht in schwarz weiß | Marianne Tralau stellt in der Frühstücksbühne Scherenschnitte aus. |
![]() ![]() ![]() Die Bilder mit der Wiese stehen auf den Boden: In der Frühstücksbühne blüht es schwarz-weiß |
Das alte Thema Scherenschnitte
greift Marianne Tralau in der Frühstücksbühne (Nicolai Str. 7) auf.
Nicht als Jahrmarktskunst zur Belustigung des Publikums, sondern
als flächige Rauminstallation mit dem Thema Wiese. Marianne Tralau
beschreibt die Vorgeschichte der Ausstellung so: Vor Jahren transportierte
sie unter dem Thema „Raumverpflanzung“ eine Wiese ins Museum. 500
Fotos gaben in Originalgröße, aber in Einzelstücken eine Wiese in
diesem ungewohnten Umfeld naturgetreu wieder. Diesmal ist es wieder
ein Wiese, aber mehr verinnerlicht: Tischrähmchen finden sich normalerweise
eher auf Schreibtischen mit den Portraits der Lieben. Hier sind
es 101 der kleinen Rahmen, die Scherenschnitte mit Wiesenmotiven
aufzeigen und natürlich auf dem Galerieboden stehen. Tralau berichtet:
„Jeden Tag habe ich beim Schneiden der Motive das Konzept geändert,
so entstand eine Metamorphosenreihe.“ Anfänglich sehr akribisch
wurde sie immer experimentierfreudiger: „Zum Schluß habe ich auch
blind geschnippelt und nicht nur Karton sondern auch Stoff genommen.“
Diese Bewegung ist deutlich in den Motiven zu erkennen. Zehn Tage
konzentrierter und lustvoller Arbeit benötigte die Künstlerin um
die vielen Rähmchen mit den kleinen schwarz-weißen Bildern zu füllen.
Ergänzend hat sie auch einige der ursprünglichen Wiesenfotos und
Muster von dem „blühenden Stoff“ aufgestellt, die den Anfangs- und
Endpunkt dieser Bilderreihe bilden. Assoziativ noch ein Foto eines
Naturscherenschnittes aus den windumbrausten Flächen der Hocheifel.
Ein kleines Higlight gelang ihr noch einen Tag vor der Ausstellungseröffnung
beim Essen im Kontorhaus in der Frau Clara Strasse zu ergattern:
Echte Jahrmarktsscherenschnitte des Wirtspaares Slavica und Drago
Bartos, die anmutig zeigen, wie diese auch in jungen Jahren niemals
ausgesehen haben. 230603 Eckernförder Zeitung |
|
|
|
MenschMedien Eckernförde |
|||
![]() |
![]() |
![]() |
|