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es handelt sich immer um den Artikel wie er geschrieben wurde, nicht den veröffentlichten

 

Jazz: Valentina Sophie präsentiert ihre erste CD und sich

Bennefiz Premiere

Am Donnerstagabend können Eckernförder Jazzfreunde etwas erleben. Nicht nur das die renommierte Band Feel Jazz zu hören sein, natürlich mit ihrer Frontfrau Sigi Siemsen, deren modulationsreiche ausdruckstarke Stimme ein Publikumsmagnet ist. Der eigentliche Geheimtipp ist Valentina Sophie. Die junge Sängerin wird ihre erste CD vorstellen und zum Anlass der Aktionswoche für Menschen mit Behinderungen ihr Debüt als Benfezikonzert geben. Valentina verbindet selten gehörte Jazzperlen mit sanft ins jazzige transportierten Popsongs. anze 20 Jahre ist die Sängerin alt, in Eckernförde aufgewachsen und hat dort auch ihr Abitur abgelegt. Nebenbei blieb viel Zeit sich ihrer musikalischen Leidenschaft zu widmen. Ab Kindertagen sang sie in Chören, sowohl in der Kirche als auch in weltlicheren Formationen. Mit ihrer Mutter erlebt sie erste Auftritte und überwand die Bühnenangst vor einem Wohlgesonnenen heimischen Publikum. Aber mit zunehmenden Alter, mit dem Aufbruch aus heimischen Mauern und dem Beginn der Ausbildung stieg auch der Drang Eigenes zu schaffen. Bevor sie von der Ostseeküste aus die musikalische Welt erobert, wird dieses Konzert in der Siegfriedwerft ein besonderer Ausgangspunkt sein. Nicht nur, dass die Musiker Martin Moldenhauer (Piano), der vielfach bekannte Harry Kretzschmar (Bass) und Peter Weise (Schlagzeug) das junge Talent auf CD und Konzert mit ihrer umfassenden Erfahrung unterstützen, auch Mutter Sigi Siemsen steht bei der Premiere an ihrer Seite. Die Juwele die dieses Debut erglänzen lassen sind Songs von Silje Nergaard, John Legend, Feist, Norah Jones und Nouvelle Vague.  Sowohl Sigi als auch Valentina Siemsen werden einen Solopart bestreiten und auch zusammen singen. Karten für die Veranstaltung am Donnerstag Abend um 20 Uhr in der Sigfried Werft können unter Telefon 75770 vorbestellt werden. (fst)

2007-05-07

 

   
Hans Danst in den Mai

Bombenstimmung in der Siegfried Werft. Bei leckeren und nur zu diesem Anlass ausgeschenkten Kakakabellen-Bock-Faßbier spielte Hans Dans zum Tanz in den mai auf. Hans Dans ist eine Eckernförder Formation, der Repertoire aus Volkstänzen und deutsch-dänischen Folk besteht. Rein akustisch und mit viel Power kommen Kay Kankowski (Gitarren), Rainer Schwarz (Handharmonika), Kerstin Lorenzen (Flöten), Roland Lorenzen (Geige und Mandoline), Peter Boll (Geige) und Jörg Carstens (Kontrabass) daher. Alles was die diese „Hansen“ spielen ist tanzbar, lädt zum mitsingen ein und entspricht der uralten Tradition in ewig neuer Belebung wie es in dem nördlichen Zipfel der Republik seit Jahrhunderten tradiert wurde. „Um bei uns mitspielen zu können, muss man Hans heißen“ verkündete Kay Kankowski der frohgemute Frontmann. Und so präsentierten sich die behuteten Musiker als vielerlei Hans. Außer jeder menge guter Stimmung und tollen Tanzmelodien und unerschöpflicher Guter Laune hatten die Musiker auch noch weitere Spezialitäten mitgebracht: Bandneu und noch nicht präsentiert die CD „Folksdans & Kandidel (April 2007)“ auf der mit einer Stunde Spielzeit die Hits der fetzigen Band zusammengefasst sind. Da aber richtiger Volksmusik im traditionellen Wortsinne etwas zum mit- nach- und selbermachen ist, gibt es auch ein liebevoll gestaltetes Liederbuch von Hans Dans. Hier sammelten die Musiker neben den Texten und Melodien (mit Noten) auch noch vielerlei Informationen zu den Stücken. Was wann und wo entstanden ist, wie es getanzt wurde, reichlich Anekdoten und Fotos von den Bandauftritten. Als besonderes Highlight gibt es auch von jedem Bandmitglied ein Suppenrezept, denn wie das Vorwort verkündet: Essen, trinken und anschließendes Musizieren mit Freunden transportieren Leib und Seele auf eine höhere Ebene des Wohlbefindens“

Spiel und Lebensfreude, wie sie die Band im Liederbuch und CD konserviert haben, gab es in der Siegfriedwerft im verschärften maße live zu erleben. Zu jedem gespielten Stück gabe es eine Anekdote, eine launische Ansage oder gekonnte Animationen die zum mitsingen und tanzen einluden. Das Publikum reckte brereits in den ersten fünf Minuten die Hände gen Decke und folgte den Anweisungen von Kay Kankowski. Nach etlichen hin und her stellte sich die Dehnübung als eine gekonnte Einführung in professionelles Klatschen heraus. Das war dann im Laufe der In-den-Mai-Nacht auch vielfach zu hören. Auch in den Volkstanz wurden die Anwesenden Damen, und verschärft noch, auch die Herren eingeführt. Obwohl der Raum der Gaststätte rammelvoll mit Leuten war, blieb noch genügend Platz zum Tanzen und selbst lange Tanzschlangen drängten sich an den mit Kakabellenbier zugestellten Tischen vorbei.

Erfrischend und wohltuend anders auch die rein akustische Spielweise der sechs Hänse, nie wurde es zu laut oder dröhnte und die Musik konnte sich stets gegen die Gespräche des Anwesenden behaupten. Den vergnüglich Feiernden wurde eine schöne Nacht geboten und das Erlebnis, das traditionelles in zeitgemäßer Form jugendlich zeitlos und mitreißend sein kann.

Weiter Infos auch über die CD und das Liederbuch unter www.hansdans.de. (fst)

 

2007-05-01

 

   

 

Jazzmaid lässt Meerjazz erstehen

 

 

(Markus Feuerstack) „Endlich wieder Jazz“ Deutliche Entzugserscheinungen hatte das Eckernförder Publikum, denn lange schon fehlte diese beliebte Musikrichtung bei den hafenmusic-Veranstaltungen. Das Heilmittel hiess „Jazz-Maid“ und wurde am Freitag in hoher Dosis in der Siegfried - Werft verabreicht. Die Formation war innerhalb des hafenmusicer-Stammtisch entstanden, nachdem die Musiker den erheblichen Jazzmangel diagnostizierten und den Februar als Jazzmonat auserkoren hatten. Und da zeigte sich auch gleich eine der überragenden Stärken des Konzeptes der Eckernförde Hafenmusicer: Immer wieder gründen sie mit den Stammtischmitgliedern neue und überraschend frische Bands, die für die beliebten Auftritte mit pfiffigen Konzepten und viel Spielfreude agieren. Diesmal probten Harald Wendt (Gitarre), Dr. Werner Loll (Vibraphon), Sigi Siemsen (Vocal), Rainer Beuthel (Bass) und Eric Siemens (Percussion + Drums) sich zur Gruppe Jazz-Maid zusammen. Eine geradezu überfüllte Siegfried-Werft, eine klasse Jazzcub- Atmosphäre und ein stimmiges Programm vor einem begeisterten Publikum – so das Ergebnis dieser Mühen. Die ausgewogene Mischung der Stücke und auch der feine Zuschnitt auf die überragend ausdruckstarke Stimme von Sigi Siemsen zauberten einen gelungenen Abend. Rainer Beuthel legte mit seinen soliden Bass ein feuerfestes Fundament dem Eric Siemens mit seinen durch und durch melodischen Schlagzeug zu Seite stand. Geradezu als Hexer an den Metallstäben präsentierte sich Werner Loll, der blitzschnell zwischen feuerwerksähnlichen Soli und handfester und zurückhaltender Begleitung zu wechseln verstand. Nicht nur optisch erwies sich Harald Wends halbakustische Gitarre als Leckerbissen. Der Rendsburger liess es swingen und zeigte im Laufe des abwechselungsreichen Abends einen fingerfertigen Einfallsreichtum. Nicht nur reine Jazztitel reihten sich aneinander, sondern auch Stücke die der Musikrichtung erst durch die Interpretation zugesellt wurden. Klassiker wie „Round Midnight“ und der hafenmusicer-Ohrwurm „Route 66“ bestanden neben Stücken wie „Twistet“ und dem überaus ergreifenden und unter die Haut gehenden Titel „Mercy Mercy /Strange Fruit“ Gerade hier zeigte sich die Stärke der authentischen Stimme von Sigi Siemsen. Jedes Lied klang wie selbst erlebt und erlitten, zartes Facetten konnten neben der swingenden Grundstimmung erstehen und entwickelnden die zarte Kraft aufmerksamen Zuhörern Schweissperlen auf die Stirn und Kälteschauer den Rücken runter zu zaubern. Leider manchmal im Kampf mit der etwas zu clubigen Atmosphäre, in der Wirtschaftsgeräusche und Gesprächsfetzen so manche stimmige Pianostelle überlagerten. Aber letztlich blieb nach diesem gelungenen Konzert nur ein einhelliger Publikumswunsch: Mehr Jazz am Meer!

Im März allerdings wird erstmal ein Themenabend sich dem Alkohol widmen. Am 2.3. wie immer um 20 Uhr in der Siegfried-Werft.

2007-02-03

 

 

Max Wolff aus Aarhus mit seinen Gitarren zu Gast bei der hafenmusic. Der dänische Musiker, der in Tondern geboren wurde und hervorragend Deutsch spricht, bot eine unterhaltsame und abwechselungsreich moderierte „One-Man-Show“

 

Passend zu den alten Blues und Countrystücken aus seinem Repertoire hat er im Laufe der Jahre alte Gitarren gesammelt, die aus der Entstehungszeit der gespielten Musikstücke stammen. Neben den gerne gehörten Highlights der 30iger und 40iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, interpretiert er mit markanter Gesangsstimme und großer Fingerfertigkeit auch unbekannte Lieder. Daneben sind es auch besonders Eigenkompositionen, die sich nahtlos an den Stil der historischen Stücke anlehnen und schnell in der Siegfriedwerft eine gemütliche Clubathmusphäre zauberten. Sichtlich stolz ist der 40jährige darauf, dass er in traditioneller Weise mit akkustischen Instrumenten, die nur minimal verstärkt werden, auftritt. So stammt auch seine prächtige Metallgitarre, die er in einem Glücksmoment ersteigern konnte, aus dem Vorbesitz von Peter Fonda. Damit lassen sich die Songs von Ry Cooder, Muddy Waters, Hank Williams und Johnny Cash; um nur einige seine Favoriten zu nennen, trefflich interpretieren. Seine meisterlich gespielte Slidegitarre und ein herzhaftes Picking in den Ragtimetiteln passt wunderbare zu der klaren warmen Stimme mit der er sich schon in den ersten Minuten in die Herzen der hafenmusic Gäste spielt. Zu jedem Titel kann er eine kleine Geschichte mit feinem Humor erzählen und mit umfangreichen Anekdoten aus seinem langen Tournee - Erfahrungen würzen. Wolff ist seit 1986 unterwegs und tritt in Clubs und Konzerten auf. In den letzten drei Jahren lebt der Musiker von seinen Auftritten. (fst)

  2007-01-06

 

hafenmusic: Für jeden etwas

 

Die hafenmusic in Eckernförde ist inzwischen fester Bestandteil der „Einheimischen-Saison“ vom Herbst bis zum Frühjahr. Besonders beliebt sind die Auf- und Schlußtakt Veranstaltungen, die meist ein breites Spektrum des gesammelten Könnens der begabten Musiker in der Siegfriedwerft aufzeigt.

 

 

Unter dem Motto: „ Wie es Euch gefällt“ eröffneten die hafenmusicer die neue Saison. Mit viel Schwung musikalischer Einsatzfreude, kreativen Spass an Improvisationen und ungewöhnlichen Tönen versprachen die Musiker ihr Publikum mit Highlights aus dem „Haufenmusikbüchern“ zu unterhalten. Diese Textbücher sind eine Sammlung der Lieblingslieder quer durch alle musikalische Stilrichtungen.

Bei den monatlichen Treffen, immer am ersten Montag in der Siegfried Werft, wird früher oder später zusammen musiziert. Es kommen viele Musiker aus der Gegend die Zeit und Spass haben und spielen spontan ihre Lieblingsmelodien. Schon auf Grund der verschieden musikalischen Vorlieben ergibt sich ein umfassender Stilmix. Dieses „Rezept“ wurde für den diesjährigen Saisonstart zusammen mit dem Publikum genutzt. Aus einer langen Liste bekannter und noch kaum entdeckter Songs wurde den Musikern ein Titel zugerufen – und schon ging es los. Ernst Henke, Claus Rißmann, Michael „Micky“ Packschis, Rainer Beutel bildeten die Stammgruppe, die auf ihren Instrumenten alles gekonnt begeleitete. Universalmusiker Kay Kankowski, zeigte wie immer, das seine Stimme geradezu wunderbar wandelbar ist: Ob die „Mimi nicht ohne Krimi ist Bett geht“ oder blusige Standards rauchzart gefragt waren – Kays Organ überzeugte rundherum. Sigi Siemsen durfte, auf Publikumswunsch, mit richtig gekonnten Jazzsongs wie „Autumn Leaves“ brillieren. Ein Heimspiel für die begeisterte Jazzerin, die aber auch keinen Sprung in andere Gewässer zu scheuen braucht. Aber nicht nur die feinen swingigen Jazztöne forderten die schöne Stimme, auch deftige Schmankerl wie „Der Hering und die Makrele“ sorgten für Stimmung. Als besonderes Gast in den Reihen der hafenmusicer hatte sich der „Altfolkstar“ Uli Rademacher aus Hamburg dazugesellt. Seine Mundharmonikasoli waren stimmungsvolle Meisterwerke der Extraklasse. Neben Gitarre und Flöte kam durch den Besucher auch eine herrlich ehrliche Bluestimme dazu, die dem Publikum ausnahmslos gut gefiel.

Mit Blues soll das Programm der diesjährigen Saison auch weiter geführt werden. Am Freitag den 3.1. heisst es „Bluesbox, die Band“ sei „fest entschlossen den Blues unter das Volk zu bringen“ Wer zu diesem Verlaufsversuch beitragen will sollte ab 20 Uhr in der Siegfriedwerft sein. Das abwechselungsreiche Programm ist in einer kleinen Broschüre festgehalten, die an vielen Stellen ausliegt. Aber auch im Internet kann man sich umfassend informieren. Unter www.hafenmusic.de sind alle Termine gelistet und weitere Infos über die Gruppe und ihre Musiker abrufbereit. (fst)

2006-10-08

 

   

 

 

folkBaltica startete in Eckernförde

Vom 10.-14. Mai findet das zweite Folk Baltica Festival statt. Vielfältige Musikalische Spitzenveranstaltungen mit Gruppen aus dem gesamten Ostseeraum finden zwischen Eckernförde und Dänemark statt – der Auftakt beginnt in Eckernförde.

 Jens-Peter Müller strahlt über beide Ohren – viel hat der künstlerische Leiter des Festival auch im zweiten Jahr auf die Beine gestellt. Bei rund 25 Veranstaltungen werden über 100 Musiker auftreten – an 18 Spielstätten. Insgesamt 90.000 Euro Fördergelder konnten eingeworben werden und hauptsächlich skandinavische Spitzengruppen werden teilweise erstmalig in Deutschland auftreten. Eckernförde ist ganz vorne. Sowohl was die Termine betrifft, denn das Konzert in der Siegfriedwerft, das in Zusammenarbeit mit den hafenmusicern entstanden ist, eröffnet den bunten Reigen an hochkarätigen Folkkonzerten. Auch bei den Veranstaltungen. „Eine kleine Kraftmusik“ vom „kleinsten vollständigen Orchester Nordeuropas“ so werden das Duo Fliflet / Hamre aus der Hansestadt Bergen in Norwegen nicht umsonst angekündigt. Dem heimischen Publikum sind die Ausnahmemusiker schon wohlbekannt, gastierten sie bereits im Zuge der hafenmusicreihe in unserer Stadt und sorgten für herzhafte Begeisterungstürme in der ausverkauften Werft. Und da sich, wie bereits letztes Jahr, nicht nur Sven Wlassack (Kultur Eckernförde) mit den hafenmusicern und Jens-Peter Müller verschworen hat, ist auch Jan Svendsen (SSF) wieder dabei. Das beschert Eckernförde gleich zwei Konzerte. Im Medborgerhuset wird die dänische Formation „Trio Mio“ gastieren, die gekonnt Folk mir Jazz zu „Jauchzenden Kammer-Folk“ vereint. Rund um die Violinistin Kristine Heebøll (Violine, Gesang) gruppieren sich Jens Ulvsand (Bouzouki, Gitarre, Gesang) und Nikolaj Busk (Piano, Akkordeon). Beim „Danish Music Award Folk 2006“, der Anfang März in der Festivalstadt Tondern vergeben wurde, erhielt die Gruppe gleich zwei Folk - Grammys. Die aktuelle CD „Pigeon Folk Pieces“ wurde als bestes zeitgenössisches Album ausgezeichnet, Kristine Heebøll als  „Folk-Komponistin des Jahres“.

Deshalb sind beide Eckernförder Veranstalter sich einig, dass ihre Konzerte ausverkauft sein werden. Wer also dabei sein möchte, sollte sich schnell an das Kulturamt in Eckernförde wenden und seine Karten bestellen. Dort gibt es auch die umfangreiche Broschüre mit der Übersicht über alle Veranstaltung von folkBaltica (auch Bibliothek und Medborgerhuset) oder im Internet unter www.folkbaltica.de. Die Medien werden auch ausführlich berichten, so das Deutschlandradio Kultur am 14. April ab 2.05 Uhr, NDR Info 23. Apr. 23 Uhr, Offener Kanal Kiel am 6. Mai ab 19 Uhr

2006-04-20

   

 

Lustvoller Vortrag vereint hafenmusic und LesArt

Gleich zwei Veranstalter teilten sich die Ehre in die vollbesetzte Siegfriedwerft eingeladen zu haben. Sowohl innerhalb der Reihe Lesart als auch innerhalb des Rahmen der hafenmusic trug Veit von Kottnaurer Texte von Charles Bukowski, Francois Villon und Rainer Maria Rilke vor. Der Abend blieb so lustvoll  wie es das zahlreiche Publikum erwartete – standen doch die Dichter für leichte Lebensart und das schwierige Leben mit dem anderen Geschlecht. Eine geheimnisvolle Stimme aus dem Off stellte die Dichter vor. Villon als Meister der klaren Sprache, der bereits im späten Mittelalter dichtete, den deutlichen Bukowski, der den leidvollen Alltag der Moderne in prägnante Sprache fasste und den zeitlosen Dichterfürsten Rilke. Schon bei der Ankündigung verwunderte die Nennung des zarten deutschen Dichters, schien er doch so gar nichts mit den anderen beiden Wortmeistern gemeinsam zu haben. Umso mehr überraschte, dass Veit von Krottnaurer erstmals die sieben Gedichte von Rilke auf die Bühne brachte, deren literarische Deutlichkeit sich umfassend von der sonst eher unbestimmten Schönheit der anderen Texte Rilkes absetzte. Lustbetont, aber durchaus schicklich, las, sprach, spielte und rhythmisierte Krottnaurer seine in erotischer Atmosphäre agierenden Zeilen und nahm das Publikum auf eine knisternde Reise ins Reich der schönen Sprache mit. Zu dem meisterlichen Vortrag gesellte sich eine entsprechende musikalische Begleitung. Manne B. Hermann begleitete den Vortrag einfühlsam und sanft auf dem Kontrabass, dem Akkordeon und vielen anderen Instrumenten. Die Geschichten von Huren und Lebemännern entstanden so sehr lebendig im Raum und als Charles Bukowski feststellte „Manche Leute drehen nie durch, was müssen die für ein langweiliges Leben führen“ war die Siegfried Werft in Grosstadthafenstimmung getaucht. All zu schnell war das reguläre in drei handlichen Literaturblöcke aufgeteilte Programm vorbei, aber das Publikum erzwang noch einige Zugaben, die Veit von Krottnaurer und Manne B. Hermann als „gesprochene Lieder“ gestalteten und so die anwesenden hafenmusicer zum mitmachen animierten. Der Abend zeigte in ansprechender Weise, dass lebendige zeitlose Literatur professionell vorgetragen, immer noch ein zahlreiches Publikum erreichen kann. (fst)

2006-02-10

   
   

 

Lebendige Musikkultur am Hafenrand Der Eckernförder hafenmusicer Stammtisch bringt Schwung in die dunkle Jahreszeit.

1998 fing es an: Nach einem Konzert traf sich ein Häufchen Eckernförder Musiker um zu testen, ob man nicht noch besser zusammen musizieren könne. Ein erster Auftritt ergab sich schnell bei einem Kulturfest für die Räucherei Nachtigal. Aus den anfänglichen Treffen wurde schnell ein Musikerstammtisch, der sich zum Ziel setzte, die heimischen Musiker mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Ein Mal im Monat traf sich die Gruppe in der Siegfriedwerft und diskutierte und musizierte. Denn egal wie wild die Meinungen basisdemokratisch aufeinander prallten: Es wurden in Laufe des Abends die Instrumente ausgepackt und friedlich und abwechselungsreich miteinander gespielt und gesungen. Erstaunlich harmonisch, sassen doch Folkmusiker neben Rockröhren, Jazzsängerinnen und Tanzmucker wurden im Duett vereint. Aus dem lebendigen Stammtisch entwickelte sich bald eine eigene Musikreihe. Vom Herbst bis Frühjahr wird jeden Monat ein Konzert veranstaltet: die Eckernförder hafenmusic. Motiviert von Spass und Können spielten und spielen bekannte heimische Formationen in dem gemütlichen Raum der Siegfriedwerft. Aus den Diskussionen am Stammtisch entstanden auch neue Ideen und die Musiker gruppierten sich immer wieder unterschiedlich, um das Publikum mit neuen musikalischen Programmen zu überraschen. Aufgetreten sind im Laufe der Jahre: Borbyants, Die Gutmenschen, ONE NIGHT BAND, Trespassing, Squibnocket, Rathausduo, FlaschenPOSTsee, ULLA WITT TRIO, Beatless, TOSSE, Pier 4, Willy and the Poor Boys, Burned Rain, Rückenwind, Blind Man’s Buff, Feel Jazz, Ship’n Whales, Plattgad, nimmzwei, Seegurken, Huntaufshertz, RAINBOW LIGHT, Ecktown Blues Project, Aver Liekers, Kaus Irmscher, Trilli, Schnapp mir 3, Groupa, Jim Lachs, Borby Dixies, Cool Fool, Stoker Jazz Band, Jan & Marie, Ingeborg Losch, Die Mollies und viele andere.
Inzwischen sind die hafenmusic-Konzerte und der Stammtisch der sie veranstaltet nicht mehr deckungsgleich. Musiker und Agenturen wurden auf die lebendige Eckernförder Szene aufmerksam und von immer weiter her kamen Anfragen nach Gastkonzerten. Peter Finger, Groupas aus Schweden und Fliflet/Hamre, aus Norwegen seien hier stellvertretend genannt.

Der Stammtisch trifft sich immer am ersten Montag des Monats Abends in der Siegfried Werft, jeder der kommt darf mitdiskutieren und auch musizieren.

Mit Unterstützung der Stadt Eckernförde, Günther Sönksen von der Siegfried Werft, den Stadtwerken und dem Atelier Grafisch sind die hafenmusicer inzwischen in der siebten Saison angekommen.
Zum Auftakt haben sich die Musiker für ihr Publikum einiges einfallen lassen:
Zum Einstieg in die stets vom Herbst bis zum Frühjahr dauernde Saison gibt es wieder ein buntes Programm. Eine Überraschung, besonders für die treuen Stammgäste der musikalischen Veranstaltungen findet sich in dem kleinen Flyer, der überall ausliegt. Wer fünf Veranstaltungen in der Siegfried Werft besucht und sich den Eintrittsstempel auf das Blatt drücken lässt, darf zum Abschlusskonzert umsonst hinein. Dafür dürfte der Anreiz recht groß sein, die hafenmusic crew hat ein buntes Programm aus einheimischen Künstlern und Gaststars zusammengestellt. An einem Freitag findet das Dezemberkonzert statt. Bereits am 2. lädt das Ecktown Blues Projekt zur fetzigen Weihnachtsfeier. „Merry Blue X-mas“ wird den Saal beben lassen und ein beschwingter Auftakt für die Feiertage werden.
Leicht nostalgisch beginnt das neue Jahr mit den hafenmusicern Rainer Beuthel, Eric Siemens und Ulla Witt als „Beatless“. Sie spielen bekannte und noch kaum entdeckte Beatles Titel am 13. Januar.
Text und Musik unter dem Titel „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ mit Werken von Francois Villon und Rainer Maria Rilke sowie Charles Bukowski performen der Schauspieler Veit von K. und der Musiker M.B. Hermann. Von Liebe, Lust und Leiden kann sich das Publikum am Freitag 10. Februar unterhalten lassen.
Die Abschlussveranstaltung, zu der die treuen Fans über das beschriebene Rabattmodell kostenlosen Eintritt erlangen können bestreiten die Teilnehmer des hafenmusicer Stammtisches wieder gemeinsam. Am Freitag den 3. März gibt es Texte, Musik und alles (un)mögliche unter dem anheimelnden Titel „Du und Dein Haustier“. Während diese Veranstaltungen alle immer um 20 Uhr in der Siegfried Werft am Hafen stattfinden, gibt es ein „hafenmusic extra“ am 15. Dezember im Ratssaal. Don Ross, ein weltweit gefeierter Star auf der akustischen Gitarre wird dann in Eckernförde sein Können unter Beweis stellen. „Insgesamt haben wir hafenmusicer sicher ein volles und abwechselungsreiches Programm zusammengestellt und freuen uns auf unser treues Publikum“ versichern Sigi Siemsen und Kay Kankowski.
Internet: www.hafenmusic.de

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Zum Auftakt Stammtisch Am Freitag läuteten die hafenmusicer in der Siegfriedwerft die siebte Saison ein. Inzwischen ist es schon Tradition, dass als Aufmacher ein besonderes gemeinsames Konzert der Eckernförder Musiker das Publikum auf die neue Saison einschwören soll.

 

Diesmal sprudelten die Ideenquellen besonders ergiebig. So wurde ein für alle sechs Veranstaltungen zwischen Herbst und Frühjahr geltender kleiner Prospekt ausgelegt. Wer fünf mal als treuer Fan in der Siegfriedwerft Eintritt bezahlt, bekommt das gemeinsame Abschlusskonzert als Treuebonus umsonst. Auch werden die Veranstaltungen mit der Eckernförder Spezialität Kakabellenbier versorgt, damit das richtige Wir-Gefühl aufkommt. An diesem mangelte es an der Aufmacherveranstaltung am Freitag bestimmt nicht. Die hafenmusicer hatten sich, wie beim traditionellen Stammtisch, der jeweils am ersten Montag im Monat am selben Platz stattfindet, locker an einige Tische gruppiert und überließen die Musikauswahl den Zuhörern. Damit diese einen Anhaltspunkt hatten, lagen auf den liebevoll dekorierten Tischen Zettel mit der schier unerschöpflichen „Playlist“ aus. Nachdem Tisch 11 sich noch anfänglich etwas zierte, prasselten bald die Wünsche dicht aufeinander. Den gelungen Einstieg gab „the Joker“ und „Yesterday“ um mit „Route 66“ schon auf einen der vielen Höhepunkte zuzusteuern. Die ungeheure Bandbreite des musikalischen Könnens der einheimischen Musiker zeigte sich nicht nur in der Vielseitigkeit des beherrschten Repertoires, sondern besonders in den solistischen Einlagen. „Lady Madona“ mit Ulla Witt, Universalmusiker Kay Kankowski mit dem jugendlichen Kraftmusiker Tobi Röß zusammen in „proud Mary“ und Sigi Siemsens raumfüllende Wunderstimme in „Summertime“ und „Mack the Knife“. Während Roland Tank mit Mandoline und herrlicher Bänkelsängerstimme die Romanze vom Hering und der Makrele vortrug, glänzte Tobi Röß mit einer schier unendlichen Fassung von „No Women, no Cry“. Auch großartige Gaststars hatte dieser musikalische Glanzabend zu bieten: Ein leicht beschwipster Bob Dylon mit nasaler Nuschelstimme (Kay Kankowski) wurde von Joan Beiz (Sigi Siemsen) unterstützt. Der große Jimmy Lachs, Gründungsvater des hafenmusicer Stammtisch lies es sich nicht nehmen, zum Schluß noch sein „honky tonk Women“ zu röhren. Neben den solistischen Stimmen verdienen aber auch die Solisten an den Instrumenten, die den druckvollen und harmonischen akustischen Sound erzeugten, eine deutliche Erwähnung. Claus Rißmann spielte „padle Steel“ auf dem Banjo, Rainer Beuthel einen dezenten aber tragenden Baß und Kerstin Lorenzen setzte markante Lichter mit ihren Flöten. Die Gittaristen Ernst-Günther Henke (Trilli) und Rolf Kelling-Eischeid bildeten die musikalische Seele des Gemeinschaftsunternehmens. Das Publikum begann ab den zweitem Lied mitzusingen und freute sich mit anhaltendem Beifall über jeden der gelungenen Titel. Am Donnerstag den 10 November treffen sich die Musiker und ihre Gäste wieder in der Werft um sich mit Folkjazz von den Mollies unterhalten zu lassen.

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Runderneuert in die siebte Saison Zum siebten Mal starten die hafenmusicer aus Eckernförde in eine neue Saison mit vielen spannenden Programmpunkten. Zum Auftakt haben sich die Musiker für ihr Publikum einiges einfallen lassen:


Kay Kankowski, Sigi Siemsen (beide hafenmusic), Karlhein Petersen, Maler, Günther Sönksen (Siegfried Werft) und Hendrik-Jens Lückenga (Kakabellenbier) bieten „typisch Eckernförder Kost“ für Ohr, Gaumen und Auge

Zum Einstieg in die stets vom Herbst bis zum Frühjahr dauernde Saison gibt es wieder ein buntes Programm. Die Veranstalter lassen in der Siegfried Werft die Gäste am Freitag den 21. Oktober ab 20 Uhr an dem legendären hafenmusicer – Stammtisch teilnehmen. Das Publikum kann aus der fast unerschöpflichen Titelsammlung des Stammtisches sich Lieder, Songs und Stücke aussuchen. Damit auch richtige Eckernförder Stimmung aufkommt, immerhin sind die Räume der Siegfried Werft derzeit mit den Motiven des volkstümlichen Malers Karlheinz Petersen dekoriert, wird auch das Eckernförder Urbier „Kakabellenbier“ ausgeschenkt. Während am Freitag zum Saisonstart erstmals die Flaschenabfüllung präsentiert wird, können die Genießer während aller sechs hafenmusic Veranstaltungen diese Eckernförder Spezialität ordern. Eine weitere Überraschung, besonders für die treuen Stammgäste der musikalischen Veranstaltungen findet sich in dem kleinen Flyer der ab nächster Woche überall ausliegen wird. Wer fünf Veranstaltungen in der Siegfried Werft besucht und sich den Eintrittsstempel auf das Blatt drücken lässt, darf zum Abschlusskonzert umsonst hinein. Dafür dürfte der Anreiz recht groß sein, die hafenmusic crew hat ein buntes Programm aus einheimischen Künstlern und Gaststars zusammengestellt. Am 10. November, diesmal ein Donnerstag kommen die „Mollies“ aus Kiel angereist. Das Folk-Jazz-Quartett spielt unter den Motto „Drei Stimmen – eine Gitarre“. Die Stimmen sind Ingrid Lorenzen, Simone Reifegerste und Manuela Kokmann-Speez. Die Begleitung übernimmt Volker Linde.
Wie gewohnt am Freitag findet das Dezemberkonzert statt. Bereits am 2. lädt das Ecktown Blues Projekt zur fetzigen Weihnachtsfeier. „Merry Blue X-mas“ wird den Saal beben lassen und ein beschwingter Auftakt für die Feiertage werden.
Leicht nostalgisch beginnt das neue Jahr mit den hafenmusicern Rainer Beuthel, Eric Siemens und Ulla Witt als „Beatless“. Sie spielen bekannte und noch kaum entdeckte Beatles Titel am 13. Januar.
Text und Musik unter dem Titel „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ mit Werken von Francois Villon und Rainer Maria Rilke sowie Charles Bukowski performen der Schauspieler Veit von K. und der Musiker M.B. Hermann. Von Liebe, Lust und Leiden kann sich das Publikum am Freitag 10. Februar unterhalten lassen.
Die Abschlussveranstaltung, zu der die treuen Fans über das beschriebene Rabattmodell kostenlosen Eintritt erlangen können bestreiten die Teilnehmer des hafenmusicer Stammtisches wieder gemeinsam. Am Freitag den 3. März gibt es Texte, Musik und alles (un)mögliche unter dem anheimelnden Titel „Du und Dein Haustier“. Während diese Veranstaltungen alle immer um 20 Uhr in der Siegfried Werft am Hafen stattfinden, gibt es ein „hafenmusic extra“ am 15. Dezember im Ratssaal. Don Ross, ein weltweit gefeierter Star auf der akustischen Gitarre wird dann in Eckernförde sein Können unter Beweis stellen. „Insgesamt haben wir hafenmusicer sicher ein volles und abwechselungsreiches Programm zusammengestellt und freuen uns auf unser treues Publikum“ versichern Sigi Siemsen und Kay Kankowski.
Internet: www.hafenmusic.de

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Lustvoller Vortrag vereint hafenmusic und LesArt Gleich zwei Veranstalter teilten sich die Ehre in die vollbesetzte Siegfriedwerft eingeladen zu haben. Sowohl innerhalb der Reihe Lesart als auch innerhalb des Rahmen der hafenmusic trug Veit von Kottnaurer Texte von Charles Bukowski, Francois Villon und Rainer Maria Rilke vor.


Der Abend blieb so lustvoll wie es das zahlreiche Publikum erwartete – standen doch die Dichter für leichte Lebensart und das schwierige Leben mit dem anderen Geschlecht. Eine geheimnisvolle Stimme aus dem Off stellte die Dichter vor. Villon als Meister der klaren Sprache, der bereits im späten Mittelalter dichtete, den deutlichen Bukowski, der den leidvollen Alltag der Moderne in prägnante Sprache fasste und den zeitlosen Dichterfürsten Rilke. Schon bei der Ankündigung verwunderte die Nennung des zarten deutschen Dichters, schien er doch so gar nichts mit den anderen beiden Wortmeistern gemeinsam zu haben. Umso mehr überraschte, dass Veit von Krottnaurer erstmals die sieben Gedichte von Rilke auf die Bühne brachte, deren literarische Deutlichkeit sich umfassend von der sonst eher unbestimmten Schönheit der anderen Texte Rilkes absetzte. Lustbetont, aber durchaus schicklich, las, sprach, spielte und rhythmisierte Krottnaurer seine in erotischer Atmosphäre agierenden Zeilen und nahm das Publikum auf eine knisternde Reise ins Reich der schönen Sprache mit. Zu dem meisterlichen Vortrag gesellte sich eine entsprechende musikalische Begleitung. Manne B. Hermann begleitete den Vortrag einfühlsam und sanft auf dem Kontrabass, dem Akkordeon und vielen anderen Instrumenten. Die Geschichten von Huren und Lebemännern entstanden so sehr lebendig im Raum und als Charles Bukowski feststellte „Manche Leute drehen nie durch, was müssen die für ein langweiliges Leben führen“ war die Siegfried Werft in Grosstadthafenstimmung getaucht. All zu schnell war das reguläre in drei handlichen Literaturblöcke aufgeteilte Programm vorbei, aber das Publikum erzwang noch einige Zugaben, die Veit von Krottnaurer und Manne B. Hermann als „gesprochene Lieder“ gestalteten und so die anwesenden hafenmusicer zum mitmachen animierten. Der Abend zeigte in ansprechender Weise, dass lebendige zeitlose Literatur professionell vorgetragen, immer noch ein zahlreiches Publikum erreichen kann. (fst)

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Solidarität mit dem grünen Haus Drei lebendige Musikgruppen unterstützten das Grüne Haus mit einem Benefizkonzert in der Nicolai – Kirche

„Das grüne Haus braucht Unterstützung“ darin waren sich alle Beteiligten am Sonnabend in der Nicolai – Kirche einig. Eingeladen hatte der Freundeskreis Grünes Haus und gleich drei musikalische Formationen stellten ihr Solidarität mit der beliebten Jugendeinrichtung unter Beweis. „Die Jugendlichen haben für das grüne Haus gekämpft, aber wir brauchen auch noch etwas Geld für die Jugendarbeit“ Markus Petersen, Vorsitzender des Fördervereins und Albert Leuschner, Betreuer der Einrichtung begrüßten das Publikum zum Benefizkonzert. Drei Bands, allesamt in der Altergruppe der Eltern der Besucher des Jugendtreffs, unterhielten das Publikum gekonnt an diesem Abend. Die Jugendlichen selber hatten einen Stand mit Infomaterial und Waren aus dem Weltladen aufgebaut. Auch für die Versorgung mit Getränken in den Spielpausen sorgten sie.
Den Auftakt machte die in Eckernförde bestens eingeführte Suhrbrook Family. Die Sänger und Instrumentalisten hatten sich in den 70er Jahren aus ähnlichen Motiven gegründet. Sie wollten erreichen, dass ein Haus als Treff und Versammlungsort für die damalige Jugend ermöglicht wird. Seitdem musizieren sie mit ungebremster Spielfreude. Mit Folksongs, mitreißenden Gospels und Rock- und Swingtiteln wärmten sie das Publikum gehörig auf und bewiesen, das Solidarität mit dem Anliegen der heutigen Jugend mit viel innerer Wärme rüberkommen kann.
Die Gutmenschen, so der Titel, den Roland Tank und Kay Kankowski ihrem Duo gegeben haben, brachten politische Töne in die Kirche. Zwischen traditionellen aus dem Volk entstandenen Liedern, die von Ohnmacht in Kriegszeiten und Aufmüpfigkeit erzählten und sehr aktuell anmutenden politischen Balladen bewegte sich das gepfefferte Programm. Zwischen den Titeln gab es als Anmoderation noch Klassisches Kabarett. Selbst die ältesten Lieder bekamen einen aktuellen Bezug und historische Despoten wurden in den feinen Zwirn heutiger Politiker gekleidet. Aber selbst die schärfste Kritik verpackten die beiden Barden in mitreißende Musik und zweigten auf, welche musikalischen Möglichkeiten in Mandoline (Tank) und Gitarre stecken. Ihre Sticheleien verteilten sie gleichmäßig nach allen Seiten. In „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ zeigten sie einen dermaßen kritischen und auch liebevollen Umgang mit dem alten Sozialklassiker, dass den zahlreichen anwesenden Kennern des Liedes, ein ganz neuer „Hit“ präsentiert wurde.
Den Abend beschloss die Formation „Friday Night“ aus Haby. Die Musiker haben teilweise durch ihre Kinder einen klaren Bezug zum grünen Haus. Eine gefällige Mischung aus Pop, Rock, Jazz und Blues gaben so dem angenehmen Abend ein gelungenes Ende. Wer verhindert war seine Spende live abzugeben, kann seine Spende auch an den Förderverein Grünes Haus überweisen: Sparkasse Eckernförde, (BLZ 210 520 90) Konto 20 60 200.

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Magische Big Band Nacht Festliche Atmosphäre in der Stadthalle: Die Magic Bigband brachte schwungvolle Musik und viel gute Laune aus Rendsburg mit.


„Aber bitte mit Sahne...“ gleich zu Beginn des musikalischen Abends in der festlich umgestalteten Stadthalle brachte Uli Alsen als Udo Jürgens das Publikum auf Touren. Gleich 25 Musiker, 5 Sängerinnen und Sänger agierten im Lichtermeer der Bühne und konnten den Nerv bei ihren Eckernförder Publikum treffen. Bereit seit 25 Jahren agiert die Magic Big Band im norddeutschen Raum, um sich nun endlich auch mal nach Eckernförde zu trauen. Ausgebuffte Musikprofis, begabte Nebenberufsmusiker und viele Musiklehrer haben sich zu dieser besonderen Band zusammengefunden, um mit fetzigen Melodien, bekannten und beliebten Liedern und Hits aus allen Zeiten drei Stunden lang das Publikum zu unterhalten. Zirka 200 Besucher gingen begeistert mit der Musik mit, tanzten und nutzten nebenbei den Service des Stadthallenrestaurants, um sich mit Snacks und Getränken verwöhnen zu lassen. Auffallend viele junge Menschen fanden den Weg in die Stadthalle, darunter auch viele Rollstuhlfahrer aus dem evangelischen Jugenddorf, die die Band als besondere Gäste eingeladen hatte. Aber auch die mobilen Fans der magischen Musiker hatten viele Kilometer Anreise nicht gescheut. Aus Hohenweststedt und Hamburg kamen Kenner der Musik- und Lichtshow. Eine gigantische Anlage übertrug die Musik von Frank Sinatra, Babara Streisand, den Blues Brothers und vielen Anderen kristallklar in den Saal. Passend zu den gespielten Klängen wurde die Bühne in ein buntes stimmungsvolles Lichtermeer getaucht. Im Laufe des Abends outete jeder Musiker und Sänger sich als Solist und zeigte sein besonderes Können. Unter der musikalischen Leitung von Eddie Kawalec brillierte so zum Beispiel Sänger und Moderator Ingo Albert als Joe Cocker mit den bekannten typischen Bewegungen und der - diesmal whiskeyfreien - verruchten Stimme. Das Publikum feierte den gelungenen Abend begeistert mit. „Diese Musik hat genau die richtige Mischung und wird absolut professionell präsentiert“ freute sich eine jüngere Besucherin, die von den heißen Rhythmen vollkommen begeistert war.

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Stehende Ovationen für fünf junge Leipziger

Am Dienstag war die St.-Nicolai-Kirche richtig voll. Über 260 Vorbestellungen für ein Konzert der Veranstaltungsreihe „Jugend Kulturell“ der Hypo Vereinsbank. Unter dem Titel „1000 Jahre Vokalmusik“ gastierte das Ensemble Calmus aus Leipzig mit a Cappella Gesang in Eckernförde.

Begonnen hat das reine Vokalensemble als Absolventen eine berühmten Schule mit einem noch berühmteren Chor. Die ehemaligen Thomanerschüler suchten sich, wie sie sagen „eine weibliche Sahnehaube“ und eroberten in kurzer Zeit die Herzen des Publikums und auch die der musikalischen Preisrichter, wie die lange Liste an Auszeichnungen auf ihrer Homepage verkündet (www.calmus.de). Anscheinend hat sich die Qualität ihres Gesangs weit verbreitet, denn beim Publikum herrschte aufgeregte Gespanntheit, schon bevor die jungen Leute den Kirchensaal betraten. Der erste Teil des ausgefeilten Programms stand unter einer ernsten, feierlich durchgetragenen Stimmung. Entsprechend wurden die Zuhörer gebeten, ihren Applaus aufzusparen. Die mit präzisen Stimmen und ausgefeilter harmonischer Abstimmung vorgetragenen Werke umfassten einen Zeitrahmen vom 14. Jahrhundert bis in die Moderne. Der Klang dieser meist religiös motivierten Werke ergab sich aus der genauen Abstimmung der Stimmen, die teilweise wie ein Instrument im Raum der Kirche wirkten, manchmal aber auch mehrstimmig sich überlagerten und immer in Stimmung und Ton perfekt harmonisierten. Am Ende dieses ernsten Teils des Konzerts dankte das Publikum mit dem mühsam aufgesparten Applaus. Im zweiten Teil unter der launigen Moderationen der Ensemblemitglieder, wurde die Stimmung sehr gelöst und teilweise sogar sehr neckisch: „Jeder jagt etwas, oder sammelt – z.B. Bußgeldbescheide“ – es folgte ein Jagdgesang in dem alle Tier des Waldes ihre Stimmen ertönen ließen. Jedes der launig dargereichten Lieder wurde in der Qualität eine Hits vorgetragen, dabei humorvoll, detailreich und mit viel Spaß, der von den Sängern sich über das Publikum ausbreitete. Jetzt durfte geklatscht werden und der Beifall wurde von Lied zu Lied ausgiebiger. Gekonnte, teilweise schon raffinierte Arrangements der Lieder, machten schon vielfältig gehörte Klassiker wie Schuberts Forelle und „Wochenend und Sonnenschein“ von den Commedian Harmonist zu vollkommen neuen Hörerlebnissen. Stets blieben die Stimmen präzise, variationsreich und lebendig und doch voller Persönlichkeit und weit jenseits von technischer Langeweile. Nach stehenden Ovationen seitens der vollkommen begeisterten Zuhörer kamen die erfolgreichen Calmus Mitglieder nicht ohne mehrere Zugaben aus der vollen Kirche. Das Ensemble war erstmalig in unserer Stadt, aber es bleibt die Hoffnung auf weitere so erlebnisreiche Konzerte in dem schönen Klangkörper der St.-Nicolai-Kirche. (fst)

Bu:
Calmus Ensemble aus Leipzig: Anja Lipfert, Sebastian Krause, Martin Lattke, Ludwig Böhme, Joe Roesler

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Aver Liekers präsentierte Hein Hoop

Schon lange, sehr lange spielt die Folk Gruppe Aver Liekers ihre eigenen Melodien zu den frechen Texten von Hein Hoop. Am Freitag waren sie mal wieder in Eckernförde.


Ungewöhnlich viele Zuhörer strömten am Freitagabend in die Siegfried Werft. Folkmusik aus norddeutschen Landen mit frechen und witzigen Texten zog sie zur hafenmusic. Bereits seit 1979 gibt es die Folkband Aver Liekers, die hauptsächlich plattdeutsche Lieder mit den der norddeutschen Heimat typischen Melodien spielt. Von der alten Gruppe sind immerhin Peter Boll (Gesang und Geige), die Eckernförderin Sigi Siemsen (Gesang, Glockenspiel, Flöte, Perkussion) und Walter Peetz (Cister, Concertina, Gitarre) noch dabei. Aufgefrischt hat sich die Gruppe mit Brigitte Borchers (Gesang, Akkordeon, Flöte, Ukulele, Schalmei) und dem Habyer Universalmusiker Kay Kankowski (Gesang und Gitarre).


1982 lernten die Musiker bei einem Auftritt in Kiel einen Literaten kennen. Hein Hoop lebte auf der Halbinsel Eiderstedt und schrieb, neben seinen Berufen als Galerist, Bildhauer, Maler und Aktionskünstler auch erfrischend freche Text auf platt und Hochdeutsch. Bis zu dem frühen Tod 1986 des 1927 in Dänemark geborenen Hein Hoop traten Dichter und Musiker zu Lesungen und Musik gemeinsam auf.
In der Werft blieben Aver Liekers diesem Progammschema treu: Walter Peetz las immer wieder Texte des humorvollen und hintersinnigen Schriftstellers vor, dazu erklangen Lieder mit vertonten Gedichten und Merksprüchen. Musikalisch in der fast vergessenen Tradition des norddeutschen Folklolore ergänzten die fröhlichen und eingängigen Melodien die ungewöhnlichen Texte. Die Gruppe moderierte ihr Programm ausgesprochen locker und zog das Publikum immer wieder direkt in das Bühnengeschehen mit ein. Besonders auffallend war, dass die Musik kaum verstärkt wurde, so dass der Originalklang von Instrumenten und Stimmen zum tragen kam und die Zuhörer aufmerksamer und konzentrierter lauschten, als es bei die Konzertreihe sonst üblich ist.

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130205 Eckernförder Zeitung

 

Spitzenjazz am Hafenrand

Die hafenmusic –Reihe hat eine langjährige Tradition in der Ostseestadt. Die One Night Band zeigte, dass Eckernförder Musik auch Großstadtqualität entwickeln kann.

Wenn die hafenmusic im Winterhalbjahr zum Konzert in die Siegfried- Werft einlädt, strömt meist das Publikum. Und wenn Namen wie Sigi Siemsen, Rainer Beuthel und Achim Prigge auf dem Plakat stehen, steigt die Erwartung. Als „One Night Band“ (Sigi Siemsen: „wir dachten wir haben nur eine Nacht zusammen..“) spielen sie schon über zwei Jahre Jazzstandards. Viele Auftritte innerhalb und außerhalb Eckernfördes schufen einen wachsenden Freundeskreis an Zuhörern. Entsprechend war am Freitagabend die Werft gut gefüllt.
Jazz in klassischer Präsentation ist das Hauptanliegen des Trios. Schwingender, sanfter Sound, der gerade auch in leisen Passagen bestehen kann, erzeugen Achim Prigge an der E-Gitarre und Rainer Beuthel mit dem Frettless-Bass. Dazu kommt von Sigi Siemsen eine Stimme, die immer wieder überrascht mit ihrem Facettenreichtum und ungewöhnlichen, aber stets präzise passenden Modulationen. Schnell hatte die Formation eine klassische Jazzclubstimmung in dem Raum der Siegfriedwerft gezaubert. Während Rainer Beuthel, auch als kenntnisreicher Bibliothekar und vielseitiger Literat bekannt, mit seinem Bass die Rhythmen zwischen knallhart schnalzend und einschmeichelnd wellenweich variierte, zauberte Achim Prigge auf der Gitarre. Sein Instrument erzählte vielfältige Geschichten, blieb dabei aber stets unaufdringlich und swingend. Prigge zeigte, dass ein begnadeter Solist, der seine Fähigkeiten dem musikalischen Gruppenspiel unterordnen kann, wesentlich zum Hörgenuss beiträgt.

Sigi Siemsen als Sängerin ist die Frontfrau der Formation. Ihre Stimme überraschte in jedem Ton, in jedem Lied mit neuen Möglichkeiten, ungeahnten Tonsprüngen und geheimnisvollen Klangkaskaden. Ob sie, wie bei einer Komposition von Achim Prigge, schelmisch auf Platt singt, oder umfangreich improvisiert – stets ist die Band wie ein Instrument zu erleben. Selbst bekannte Titel, Standards der Jazzliteratur (Round Midnight) und Highlights des Pops (Blue Suede Shoes) entstehen als neugeschöpfte Werke und lösen Staunen beim Hörenden aus: Die One Nigth Band verwandelt mit ihrem meist leisen lebendigen und detailreichen Sound jeden Klassiker in ein neues und mitreißendes Hörerlebnis.
Leider wurde der stimmungsvolle Abend immer wieder durch Teile des Publikums getrübt, die den Bitten der Musiker um ungeteilte Aufmerksamkeit widerstanden und selbst zarte musikalische Stellen mit einem Stimmteppich unterlegten. Dies ist ein deutliches Manko der Konzerte in der Siegfried - Wert, dass einigen Zuhörern wohl mehr am gesellschaftlichen als am musikalischen Ereignis gelegen ist. Zumindest die One Night Band hätte bessere Räume verdient ihre swingende Kunst zu präsentieren. Zu hoffen bleibt auf eine Demo – CD, die die Gruppe derzeit einspielt und ihren Fans Gelegenheit bieten wird, zumindest am heimischen Player ungestört zu lauschen und zu genießen.

Achim Prigge, Sigi Siemsen, Rainer Beuthel: One Night Band

160105 Eckernförder Zeitung

 

Tango am Meer

Musik? Lebensphilosophie? Tanz? Tango kann vieles sein. Einen weiten Blick in die Bandbreite erlaubte das Trio „Tango di mar" unter dem Motto „Tangos im Mangos“

In dem stimmungsvollen Ambiente des Mangos trafen sich am Sonntagabend Freunde einer besonderen Lebensphilosophie – des Tangos. Bis auf den letzten Stehplatz füllte sich der Raum um die drei Musiker: Matthias Hahn-Engel, Cellist und Gründer der Formation, Meike Salzmann am Akkordeon und der als „Stehgeiger“ bekannte Violinist Helmut Herzog hatten zu einem ersten Tangoabend eingeladen. Gekonnt unterhaltsam moderierten die beiden Herren die musikalischen Beiträge an und erzählten und spielten eine Übersicht über die erstaunlich verschiedenartigen Tangos. Berühmt und schon klassisch ist die argentinische Variante, wenn auch die Finnen der unumstößlichen Meinung sind, der echte Tango stamme aus ihrem Land. Aber auch deutsche, dänische und sogar russische Varianten erklangen an diesem Abend. Die Gruppe „Tango di mar“, die anläßlich von Filmaufnahmen zusammengefunden hatte, traf auf ein überdurchschnittlich interessiertes Publikum. Während die meisten Gäste sich dem Musikgenuss widmeten und teilweise kenntnisreich die sehr verschiedenen Tangoarten genossen, hatten sich auch einige Tänzer eingefunden, die sich bald auf dem Parkett drehten.

Ein Genuss für Ohr und Auge, denn die allesamt erfahrenen Tänzer zeigten komplizierte Figuren und Schritte und je nach erklingender Melodie dominierte ein melancholischer Ernst, verhaltene Erotik oder auch rasante Lebensfreude. Da viele der Tangomelodien auch besungen werden, verlas Matthias Hahn-Engel einige der Textübersetzungen. „Nie hätte ich geträumt, sie so zu sehen, wie heut in ihrem grausamen Zustand...“ Unter dem Titel „Este noche me emborracho“ erzählt Enrique Santos Discepolo über die Begegnung mit einer verflossenen Liebe, die ihn vollkommen aus der Bahn wirft. Allerdings: zu dem brutal-traurigen Text erklingt eine fast fröhliche Tangomelodie.
Da der Abend mit Tangos direkt an der Wasserkante mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, planen die Veranstalter weitere Tanz und Musikveranstaltungen mit „Tango di mar“ im Mangos. Am 7. Februar um 19.30 werden die Musiker auf jeden Fall in der Speicherpassage am Hafen aufspielen. Und: es darf getanzt werden.

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170105 Eckernförder Zeitung

 

Spitzenkonzerte in Eckernförde

Skandinavische Folk-Bands der oberen Kategorie werden gleich zwei Konzerte in Eckernförde geben. Ermöglicht wird das durch das neue Folk-Baltica Festival und eine umfangreiche örtliche Zusammenarbeit.

„Eine neue Ära der Musikpflege in Schleswig Holstein beginnt“, verkündete Eckernfördes Kulturbeauftragter Svens Wlassack. Gemeint sind die Auftaktveranstaltung der Festival Reihe Folk Baltica, deren erste Konzerte in Eckernförde stattfinden. Damit wirkliche Spitzenbands aus dem skandinavischen Raum in der Ostseestadt auftreten können haben sich Jens-Peter Müller (folkBaltica e.V.), Sven Wlassack (Stadt Eckernförde), Jan Svendsen (Medborgerhuset) mit den hafenmusicern aus der Siegfriedwerft verschworen. Die Idee von Jens-Peter Müller hochkarätige nordische Folkmusik in Schleswig-Holstein zu präsentieren stieß bei den hafenmusicern gleich auf Begeisterung. Aber statt nur eine Band auszuwählen konnte man sich zwischen den Gruppen „Groupa“ aus Schweden und „Zar“ aus Dänemark nicht recht entscheiden. Kay Kankowski stellte aber schnell einen tragfähigen Kontakt zu Jan Svendsen her, schon waren die zwei Konzerte ermöglicht. Und das Konzertfestival scheint ein dicker Treffer zu werden. Bereits über 40 Karten für die Eckernförder Veranstaltungen wurden über die Homepage www.folkbaltica.de verkauft. Der Werbeaufwand ist aber auch riesig: Für die Veranstaltungen, deren hauptsächlicher Schwerpunkt in Flensburg liegt, wurde ein umfangreicher Prospekt in einer Auflage von 15.000 Exemplaren international vertrieben. „Wir haben bereits Anfragen vom Bodensee und aus Danzig (Polen)“ freut sich Jens-Peter Müller über den schnellen Erfolg der vor anderthalb Jahren gestarteten Initiative. Mit einem Budget von rund 120.000 Euro und umfangreicher Unterstützung aus Skandinavien werden eine Vielzahl hochkarätiger Konzerte in Flensburg und der Region Sønderjylland ermöglicht. Auch die Eckernförder Gruppen „Aver Liekers“ und „Blind Man´´´ s Buff“ treten am 24. April in Flensburg auf.

Der Auftakt der öffentlichen Konzerte findet am 20.4. um 20 Uhr in der Siegfriedwerft statt. Die schwedische Formation „Groupas“ hat sich schon seit fast 25 Jahren international einen Namen gemacht. Aus den historischen Quellen alter Tanzmusik fischend, finden die vier Musiker spielend einen Übergang zu modernen Folk-Kompositionen. Zahlreiche Tourneen haben diese Musik dem deutschen Publikum bereits nahe gebracht. Erlebenswert ist besonders auch der Schlagzeuger Terje Isungset, der vorzugsweise mit Hölzern und Steinen musiziert.
Einen Tag später, am 21.4. um 20 Uhr im Medborgerhuset gastiert „Zar“ aus Dänemark. Die sechs Musiker wagen den Brückenschlag von traditioneller dänischer Folkmusik zu jazziger Popmusik. Herausragend ist die Stimme von Sine Lauritzen, der man die Fähigkeit nachsagt, eine dänische Norah Jones werden zu können.
Das Eckernförder Publikum kann sich auf jeden Fall auf zwei besondere Konzerte freuen und bestimmt auch auf Gäste, die dazu auch längere Anreisen in Kauf nehmen.

Homepage www.folkbaltica.de

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170305 Eckernförder Zeitung

 

Bilderreichtum im Nordkonzert

Stargäste bei der hafenmusic: folk Baltica ließ die schwedische Erfolgsgruppe „Groupa“ in der Siegfriedwerft gastieren.


In der Siegfriedwerft herrschte am Mittwoch schon lange vor Konzertbeginn eine gespannte kribbelige Aufmerksamkeit. Der Raum war in gedämpftes Licht gehüllt, die Tische weitgehend herausgeräumt und eine kleine improvisierte Bühne mit beeindruckend viel Technik verkabelt. Zum Auftakt des folk Baltica Festivals sollte auch gleich eine Legende auftreten: Groupa aus Schweden.
Kay Kankowski und Sigi Siemsen für die hafenmusic, Sven Wlassack für die Stadt Eckernförde und Jens-Peter Müller für folk Baltica begrüßten Künstler und Publikum. Diese vier, die mit warmen Worten so empfangen wurden, zwängten sich in den Aufbau aus Instrumenten und zwanzig Mikrofonen: Rickard Åström, der Keyboarder, spielte zwei elektronische Klaviere. Er stammt aus Schweden, genau wie der Flötist Jonas Simonson, der ursprünglich in der klassischen Musik zu Hause war. Der studierte Komponist Mats Edén, ein Schwede mit Wohnsitz in Norwegen, hatte zwei elektrisch verstärkte „Fideln“ dabei, wie die in der Folksmusik im Norden gebräuchlichen Geigen heißen. Wie fast jede richtige Folkgruppe aus Schweden hatte die seit 1980 agierende Formation natürlich auch einen Norweger dabei. Terje Isungset, Percussionist und überaus erfolgreicher Naturmusiker, bezieht seine Instrumente in Form von Glöckchen, Becken Hölzern, und klingenden Steinen mit Vorliebe aus den Weiten seiner norwegischen Heimat.

Groupas Einstieg in den musikalischen Abend begann mit einem Klanggemälde aus volksmusikalischen Elementen, die sich zu stimmungsvollen Bildern des Nordens verdichteten: Meer, Wellen und seemännische Weite wechselten sich ab mit Empfindungen von dichten geheimnisvollen Wäldern und schummrigen Seen. Das Publikum - mit über 80 Besuchern war die Werft schon im Vorwege ausverkauft - ließ sich durch diese ungewöhnliche Folkinterpretation gerne einnorden. Auch in den folgenden Liedern war die traditionelle Musik nur ein Ausgangspunkt, um höchst lebendige, moderne und aktuell anmutende Klänge zu transportieren und in quicklebendigen Sessions zu verbinden. Jonas Simonson zauberte mit einem schier unerschöpflichen Repertoire an Flöten unterschiedlichste Stimmungen in den Raum. Sein manchmal geradezu ausgelassenes Spiel zeugte immer von großer Einfühlsamkeit.


 Mit schelmischem Blinzeln führte er durch die verschieden Programmpunkte und hielt eine persönliche Tuchfühlung zum Publikum. Neben der traditionellen Geige beherrscht Mats Edén auch die Hardangerfidel, ein 10saitiges norwegisches Streichinstrument, das aus einem bratschenförmigen Korpus besteht. Seine experimentierfreudige Spieltechnik kam natürlich auch in den vielen Kompositionen zum tragen, die seiner Feder entstammten. Manchmal wechselte er im Laufe des Abends zum Akkordeon. Der Keyboarder Rickard Åström nutzte seine Instrumente, um dem Gruppenspiel ungeheuer lebendige Klangfarben unterzulegen. Besonders im Zusammenspiel mit den Percussionsinstrumenten blitze in seinem Spiel immer wieder der liebevolle Schalk auf. Besonders fasziniert war das ungewöhnlich disziplinierte Eckernförder Publikum von dem musikalisch umfassenden Spektrum von Terje Isungset und seinen außergewöhnlichen Instrumenten. Klangspiele aus Naturhölzern, die mal wie melancholischer Regen, Vogelgezwitscher am frühen Morgen oder wild brausender Herbsturm klangen, wechselten sich ab mit hart klopfenden Steinschlägen und unheimlich wummernden Basstönen aus einem gewichtigen Becken. Eindrucksvoll sowohl in der Ausdauer als auch in der musikalischen Bandbreite war auch das Spiel auf der elektrisch verstärkten Maultrommel. Ein gewichtiges Bild entstand in dem Stück, dass Jonas Simonson schrieb, als sein „neues Haus“ sich als sehr undicht erwies und er durchwachte Herbstnächte mit dem Leeren der Tropfeimer zubringen musste. Das Geschehen im feuchten Haus, alle Geräusche vom tropfenden Regen und aufbrausenden Wind, bis hin zur verzweifelnden Hoffnung, im Frühjahr wirklich dem Haus ein neues Dach aufsetzen zu können, wurden Bilderbuchartig illustriert. Die Zuhörer gerieten vollkommen in den Bann des nordischen Sturmes und atmeten erleichtert auf, als die Groupa – Mitglieder auf ihren Instrumenten erzählten, dass gegen Morgen Wind und Wetter abflachten und ein bisschen Sonne am Horizont zu sehen war. Groupa zeigte an diesem verzauberten Abend in der Siegfriedwerft, dass Folkmusik nicht eine Sackgasse für Traditionalisten ist, sondern eine lebendige und zeitgemäße Ausdrucksform voller musikalischer Einfälle und Geschichten sein kann.

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210405 Eckernförder Zeitung

 

Ein Klangfestival in ausverkaufter Kirche

Unter dem Titel „Klangwelten“ kommt seit Jahren eine internationale Gruppe Musiker nach Eckernförde. Auch diesmal begeisterten sie wieder ihre treuen Fans in der ausverkauften Nicolai-Kirche.

Auf dem abendlichen Weihnachtsmarkt drängten sich am Sonntag die Menschen. Beim genaueren Hinsehen zeigte sich, dass die meisten der Anwesenden in einer langen Schlange standen: Um Einlass zu begehren zum ausverkauften Klangwelten Konzert in der Nicolai-Kirche. Seit Jahren schon sind Rüdiger Oppermann und seine Freunde gern gesehene Gäste in der Ostseestadt. Diesmal, zum 30. Bühnen-Jubiläum des Leiters der bunten Gruppe und Meister der keltischen Harfe standen die Kompositionen Rüdiger Oppermanns im Mittelpunkt. Wieder mit einem Reigen internationaler Musiker, die als Könner ihrer heimischen Musik, deren Klänge dem Publikum nahe bringen wollten. Fünf Freunde, alles langjährige Wegbegleiter des vielgereisten Oppermanns, zeigten ihre musikalische Verbundenheit und ihre Ländergrenzen übergreifende Musikalität. Bereits 21 Jahre spielen der in Wien lebende Inder und Tablameister Jatinder Thakur zusammen. Sein musikalisches Können und die scheinbare Leichtigkeit seines rasanten Spiels wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Genau wie bei dem Afrikaner Tata Dindin, der die Kora, eine gambische Harfe, spielte. Das an sich sehr leise Instrument erklang elektrisch verstärkt als virtuoses Soloinstrument. Dazu ein lebendiger Gesang – in der Musik vermischten sich traditionelle Elemente mit modernsten Klangmustern, die das Thema des Abends bestätigten.

Neun Jahre musikalische und persönliche Freundschaft verbinden Rüdiger Oppermann und den Mongolen Enkh Jargal, der sich schnell in die Herzen der Zuhörer sang. Jargal wurde bereits als Kind in den traditionellen Gesangstechniken seines Volkes ausgebildet. Volle 5 Oktaven umfasst seine Stimme – von abgrundtiefen Schamanentönen bis in die allerhöchsten Höhen eines perfekten Obertongesanges. Dazu spielte er auf einer „Pferdegeige“ sich harmonisch einpassende Melodien. Auch dieser Musiker zeigte, dass musikalische Grenzen keine Wirklichkeit haben: Zusammen mit Tata Dindin und Rüdiger Oppermann, teilweise begleitet von den anderen Musikern, wurden Lieder und Stücke aufgeführt, die sich musikalisch nicht mehr klassifizieren ließen. Aber das beigeisterte Eckernförder Publikum nahm diese moderne und zugleich traditionell betonte Musik gerne auf und besonders der fast artistische Gesang ließ den Applaus lange anhalten.
Einer ganz anderen Tradition entstammt der Amerikaner Park Stickney. Er ist einer der wenigen Jazz-Harfenisten, der mit seinem elektrisch verstärkten Instrument glatt ein ganzes Orchester ersetzen kann. Zusammen mit Oppermann, als Harfenduo, entstanden Klangbilder, die sämtliche Hörgewohnheiten und Urteile über diese Instrumentengattung umgestalteten.
Ergänzt wurde dieser bewährte Freundeskreis von den erstmals bei Klangwelten auftretenden „Cook Islands Drummers“. Wie Rüdiger Oppermann den Zuhörern erklärte, repräsentieren diese Trommler, Sänger und Tänzer den bisher eher verschwiegenen Teil der Südseemusik. „Während in Europa das Bild von hübschen sanft singenden Südsee - Frauen vorherrscht, haben die männlichen Kriegsmelodien- und Gesänge eine genauso lange Tradition“. Scharf, heftig und voller überschäumender Lebensfreude klingend, präsentierten sich die fünf Musiker, mit spaßigen Tanzeinlagen zu ihrer direkt ins Blut gehenden Trommelmusik.

Aber gerade da, wo diese Meister ihres Fachs aus den verschiedensten Ländern und Kulturkreisen zusammen auf der Bühne musizierten, meist mit den einfühlsamen und übergreifenden Kompositionen des Globalmusikers Rüdiger Oppermann, wurde zeitgenössische Musik lebendig. Jenseits von Volkstümlichkeit oder biederer Folklore zeigte der Klangweltenabend, dass Musiker dieses Kalibers eine gemeinsame Heimat haben müssen. Hoffentlich können wir in Eckernförde noch oft diesen Kontinent zusammen bereisen!

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131204 Eckernförder Zeitung

 

Gelungene Eröffnung der hafenmusic-Saison Am Freitag war es wieder soweit: Die Eckernförder hafenmusic startete in die dritte Saison mit einem Opener voller Highlights.
Bilder:

Ulla Witt

 Baltic jazz Pearls: Sigi Siemsen, Susann Richter, Nora Langewellpott, Simone Behnke

Die Eckernförder Musikszene hatte zur diesjährigen Eröffnung der selbstorganisierten Konzertreihe lauter Filetstücke zusammengestellt. Den Auftakt des Abends wagte Ulla Witt mit ihrem Trio. Neben Ulla Witt mit der Gitarre, die auch Texterin und Komponistin der Stücke ist, sorgte Tim Wunderlich für den richtigen Rhythmus. Neu ist der Mann am Kontrabaß, Detlef Albers. Neben den bewährten Liedern hatte das Trio auch ein brandneues Stück mitgebracht. Den Namen blieben die Musiker allerdings noch schuldig, denn wie Ulla Witt anmerkte: „Der fällt mir immer erst nach einem halben Jahr ein“.
Klaus Irmscher hatte eine kleine Show vorbereitet und trug eigene Texte zur Gitarre auf deutsch vor. Die Balladen, Erzählungen, Lieder und Gedichte berichteten voller durchgefeiltem Humor von den täglichen Kalamitäten. Das zahlreiche Publikum, die Siegfriedwerft war wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, dankte für den gekonnten Vortrag mit heftigem Gelächter.
Auf deutsch auch, aber ganz anderer Art sind die feinen Lieder von Kay Kankowski. Bekannt von der erfolgreichen deutschen Folkband „Tosse“ und Unterhaltungscombo „Streetlive“ trug der Gitarrist diesmal eigene Lieder und Texte solo vor. Es gelang ihm zu beweisen, dass auch heute noch zarte Zwischentöne, sensible, fast private Texte und Heimatlieder jenseits von Kitsch und Popularismus vom Publikum gern gehört werden.
Eine neue Eckernförder Musikgruppe präsentierten Roland Tank und Kay Kankowski anschließend unter dem Namen „Die Gutmenschen“. Altes und neueres deutsches Volksliedgut politischer Natur haben die beiden wieder entdeckt und brachten Lieder aus der Zeit des Vormärz, des ersten Weltkriegs und von dem deutschen Dichter und Revolutionär Erich Mühsam. Zu mitreißenden, eigentlich tanzbaren Melodien, erzählten die Lieder von der Not vergangener Zeiten. Der Verdacht, dass zwischen Damals und Heute sich nur wenig für die Betroffenen geändert hat, war von den Gutmenschen durchaus beabsichtigt.
Ein Markenzeichen der Eckernförder Musikszene ist ohne Zweifel die charismatische Sängerin Sigi Siemsen, die in zwei Formationen an diesem Abend auftrat. Zusammen mit Harry Kretzschmar am Bass, Eric Siemens am sensibel gespielten Schlagzeug und Rainer Beuthel mit der teilweise sphärischen E-Gitarre nennt sich das Projekt „Sigi Siemsen und Band“. Die Mischung zwischen eigenen, auch brandneuen Liedern und adaptierten und vollkommen anders präsentierten Songs begeisterte das Publikum auch diesmal.
Vier gestandene Sängerinen und eine hervorragende Begleitung – beim letzten Höhepunkt dieses gelungenen Abends wurde es auf der improvisierten Bühne richtig eng. Mit Pepp und Swing sangen Susann Richter, Nora Langewellpott, Simone Behnke und Sigi Siemsen sich in die Herzen des Publikums. Hervorragend aber auch die Begleitung: Werner Loll am E-Pinao, Rainer Beuthel wieder an der Gitarre, Harry Kretzschmar, der Zauberer der tiefen Töne und am Schlagzeug Eric Siemens.
So unterschiedlich die Eckernförder Musiker und ihre Bands auch sind: Die Vielfalt kam an und machte deutlich Appetit auf mehr. Deshalb geht es im November in der Siegfried Werft weiter mit dem „Ecktown Blues Project“


070502 Eckernförder Zeitung

http://fognin.net/fognin.htm

Klaus Irmscher
„Die Gutmenschen“ Kay Kankowski, Roland Tank
Sigi Siemsen

Eckernförde
Markus Feuerstack

 

Maritime hafenmusic begeisterte Zwei Gruppen  ein Genre: „Seamusic“ mit Blind Mans Buff und Ship´n Whales zeigten, dass maritime Melodien begeistern können.

In der Siegfriedwerft standen die Zeichen am Freitag Abend mal wieder auf Sturm: Hafenmusictime. Gleich zwei Gruppen erzählten mit Liedern und Melodien vom Leben auf dem Meeren der Welt. Als Gäste hatten sich „Ship´n Whales“ aus Langesund in Norwegen eingefunden. Mitgebracht wurden die fünf Sänger von der einheimischen Formation „Blind Man´s Buff“
Diese vier Vollblutmusiker sind dem Eckernförder Publikum keine Unbekannten mehr. Viele Auftritte nicht nur auf der hafenmusic Bühne, auch zusammen mit den heimischen Traditionsseglern, sorgten für ein gut gelauntes Stammpublikum. „Sea music“ ist ihr Programm. Schnelle und traurige, kritische und herzergreifende Lieder aus dem Arbeitsleben der Matrosen und Fischer brachten Kerstin Lorentzen, Robert Tank, Erik Frotscher und Andreas Köpke zu Gehör. Mit Gesang, Gitarren, Banjo und Trommel entstand ein durchgezeichnetes Bild wie die Arbeits und Freizeitmusik der Seeleute auf den alten Windjammern wirklich geklungen haben muss. Kerstin Lorentzen setzte dabei mit einer Vielzahl von Flöten den besonderen Akzent. Mal wurden in aberwitziger Geschwindigkeit raffinierte rhythmische Phrasen auf einem winzigen Flötlein geblasen, oder sie erzeugte mit einer großen Flöte melancholisch gefühlvolle Stimmungen, die das Publikum in ihren Bann zogen. Dieses wusste die gekonnt arrangierten Gesänge und die stimmungsvolle Musik mit Begeisterung und viel Applaus zu würdigen. Roland Tank brachte ein Novum in das Programm ein. Gekonnt trug er zwei der frechen Gedichtballaden über Kuddel Daddeldu von seinem Lieblingslyriker Joachim Ringelnatz vor. Erik Frotzscher, der Leadsänger der Formation, war meist als der shantytypische Vorsänger aktiv. Seine Stimme lief besonders bei den irischen und schottischen Liedern zur Hochform auf. Für den guten Klang sorgte Andreas Köpke gleich im doppelten Sinne. Nicht nur, dass er die Gitarren und Banjos meisterlich spielte, als Instrumentenbauer hatte er fast alle Musikinstrumente der Gruppe selbst gebaut.
Im Wechsel mit Blind Man´s Buff traten die Musiker von Ship´n Whales auf. Die Norweger haben sich auf authentische Seemannslieder spezialisiert, die sie nur mit ihren Stimmen gestaltend, a capella vortrugen. Die fünf Männer aus Langesund sind daheim in den unterschiedlichsten Berufen tätig. Der Job auf einer Bohrinsel verhinderte die Teilnahme des sechsten: Per Robert Jöntvedt musste arbeiten. Aber Frank Robert Thomsen, der stimmgewaltige Öivind Nevstadt, Högne Sköld, Ivar Nefstad und der mit 70 Jahren geradezu jugendliche Svend Martens zauberten auch so eine Bombenstimmung in den gut gefüllten Werftsaal. Die beiden Musikergruppen, die am Ende zusammen in einem furiosen Finale auftraten, lernten sich bei einem Hafenfest 2001 in Lübeck kennen. Gemeinsames musizieren auf dem Eckernförder Traditionssegler Platessa führte schnell zu einer intensiven Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen und vielen Auftritten. Im Frühjahr wollen sie diese mit intensiven Proben zu einer gemeinsamen CD in Dänemark vertiefen. Informationen im Internet: www.bmbseamusic.de  und www.shipnwhales.no 

301103 Eckernförder Zeitung

 

Mit “hafenmusic“ im Workshop

Die Eckernförder „hafenmusicer“ begeben sich für ein Wochenende aufs Land um zusammen mit Freunden und Gästen intensiv zu arbeiten.

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Das Wochenende nach Pfingsten 24. mai bis 26. Mai verbringt die Eckernförde Musikszene ausserhalb der Stadt. In Suhrbrook treffen sich die Musiker, ihre Freunde und alle die Lust auf Zusammenspiel haben um gemeinsam Musik zu machen und die kommende Saison ausgiebig vorzubereiten. Eine Stärke der in Jazz, Folk und Liedermachertradion und anderen Stilrichtungen beheimateten Musiker ist die Fähigkeit stets in anderen Formationen kurzfristig zusammenzukommen. Spaß an der Musik, der Improvisation und der gemeinsamen Erarbeitung neuer Themen steht im Vordergrund. Gearbeitet wird auch bei dem monatlichen Stammtisch in Siegfriedwerft.
Bei dem geplanten Wochenende wollen die Beteiligten das „Open-Air-Konzert“ am 19 Juli am Eckernförder Hafen vorbereiten, dass innerhalb der 700-Jahr Feierlichkeiten stattfinden soll. Aber Organisator Roland stellt fest: „Wenn Musiker zusammenkommen machen sie ganz viel Musik, lernen sich aber nicht richtig kennen, denn sie sind ja mit der Musik beschäftigt.“ Dies soll das Treffen ändern. „Außer Musik sind Gespräche, aber auch richtig gutes Essen und Trinken für uns wichtig“ ergänzt Mitorganisatorin Kerstin Lorenzen. Die beiden freuen sich über weitere Anmeldungen von musikalischen Mitmenschen. Kontakte sind über Internet (www.hafenmusic.de), eMail (smallclassix@yahoo.de) und telefon möglich (04346/602538)

080502 Eckernförder Zeitung

 

Jazz für lau begeisterte

Unter dem Titel „Live Passage“ startete eine neue kostenlose Musikreihe in der Alten Post. Einen erfolgreichen Auftakt gaben „WDR“


W(alk) D(ont) R(un) – oder einfach WDR heißt die Jazzformation, die zum Verweilen in der Alten Post Passage aufforderte. „Ruhigere Töne werden Sie zu hören bekommen“ versicherte Bandleader Gerhard Breier (Saxophon) zu Beginn, und Werner Loll (volltönendes Vibraphon) und Harry Kretzschmar (swingender Kontrabass) zauberten auch gleich ergreifende Klangteppiche mit ihren weitgehend unverstärkten Instrumenten. Gemütliche Jazzclubatmosphäre breitete sich schnell in dem vom 8X8 Team unter der Federführung von Dagmar Unzen liebevoll geschmückten Raum aus. Eine kleine Ausstellung von digital verfremdeten Musikerfotos ergänzte die gekonnte Dekoration. Das zahlreiche Publikum, viele fanden nur noch auf dem Flur einen Stehplatz, war begeistert von der Musik. Die. Klassiker des Jazz wie „My funny Valentine“ weckten bei den meist schon leicht angegrauten Zuhörern Erinnerungen. Tiefe Ergriffenheit herrschte bei der Ballade „In a Sentimental Mood“ von Duke Ellington. Das meisterlich gespielte Saxophon erzählte in warmen, verinnerlichten Tönen eine Geschichte, die von dem Profimusiker Harry Kretzschmar rhythmisierend aufgegriffen und vertieft wurde. Die vielgestaltigen Töne des Vibraphons transportierten Spannung in das Musikgeschehen. Der promovierte Musikwissenschaftler Werner Loll, zeigte mit welcher Vielseitigkeit das Vibraphon zwischen Swing, romantischen Balladen und artistischen Soli mit wirbelnden Schlegeln zum Klingen gebracht werden kann. Außer den beliebten Standards wurden Eigenkompositionen von Gerhard Breier aufgeführt, die mühelos neben den bewährten Jazzstücken bestehen konnten.
Die Musikreihe soll jeden letzten Sonnabendvormittag im Monat fortgesetzt werden. Das Organisatorenteam um Gerhard Breier möchte besonders Eckernförder Musiker präsentieren und mit der Musik zum Verweilen, Entspannen und Zuhören einladen.

230203 Eckernförder Zeitung

 

 

hafenmusic: jazz hoch drei

Dreierlei Jazz bot die Eckernförder hafenmusic bei ihrem Auftritt am Freitag. Das zahlreiche Stammpublikum freute sich über das reiche Angebot und ging begeistert mit.


Warm up fürs Publikum, die Stoker Jazz Band machte den Auftakt. Richtig ins Blut gingen die spritzigen swingenden Rhythmen des Oltime Jazz, den „Wiewie“ Wiebenson meisterhaft und doch behutsam auf dem Schlagzeug zelebrierte. Rhythmisch unterstützt wurde er durch die frischen Banjotöne, die Wolfram Müller anschlug, der auch noch für den Gesang sorgte. Viel Improvisationstalent mit Blech: Die rauchigen Töne der Tuba blies „Fufu“ Fuhlbrügge, während Manni Jöhnk mit der Posaune deutliche Akzente in das Spielgeschehen einbrachte. „Klicky“ Nielsen musizierte auf dem Saxophon (auch Klarinette) spannende Geschichten und gesellte so zu dem eigenem Sound des Instruments seine ureigenste „Erzählweise“
Nach der seit Frühjahr 2002 bereits sturmerprobten Stoker-Band gab es eine Premiere: Die „One Night Band“ spielte erstmalig an diesem Abend auf. Bekannte hafenmusicer allesamt, aber doch erfischend neu. Die beliebte Lokalmatadorin Sigi Siemsen (Gesang) neben dem erfahrenen Rainer Beuthel (diesmal am leicht dominanten Bass) wurden ergänzt durch Achim Prigge an der e-Gitarre. Prigge, bisher eher als Harmoniumspieler bekannt, zeigte, dass er mit fetzigen Grooves mit eigenem Sound das Spielgeschehen nachhaltig beeinflussten kann. Zusammen mit Sigi Siemsens lebendiger und wandlungsreicher Stimme und den dunklen Rhythmen von Beutels präzisem e-Bass, brachte die Dreierkombination beliebte Jazzstandards von Miles Davies bis Ray Charles. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Band Name nicht Wirklichkeit bleibt.

Altbekannt und immer wieder neu, dies scheint das Motto von „huntaufshertz“ zu sein. Beim letzten Konzert traten Rainer Beutel (Gitarre / Bass) und Gerhard Breier (Saxophon) noch zu zweit von der Bühne ab, um diesmal mit frischer Verstärkung einen vollkommen neuen Sound zu präsentieren. Werner Loll mit dem Vibraphon sorgte für neue Klangdimensionen. Das Trio präsentierte Eigenkompositionen von Rainer Beutel und Gerhard Breier und hatte mit anspruchsvollen Klängen, raffinierten Arrangements und durchgestylten Kompositionen das Publikum von der ersten bis zur letzten Note fest auf seiner Seite.
Traditionell schon wurde der Abend zusammen „ausgejamt“ – wer wollte durfte mitspielen.

160203 Eckernförder Zeitung

 

Rockmusik zum weiteren Jubiläum Die Borbyants, Rockmusiker aus der Lachsenbachmetropole, machen es möglichen: Borby darf sein 900-jähriges Jubiläum mit einem Rockkonzert am Freitag den 10. Januar in der Siegfried-Werft feiern. Geschichte oder Geschichten?


„Wir kommen wieder – zum 900-jährigen Jubiläum!“ versprach Micky Packschies beim letztem Konzert der Rockband „Borbyants“ im Sommer. Und nun haben Claudia Unzen (Gesang), Jim Lachs (Gesang & Gitarre), Uwe Vollertsen (Gitarre), Gerhard Breyer (Schlagzeug) und Michael Packschies (Bass) eine hafenwasserdichte Geschichte über das neue Fest anzubieten: Bei den bekannten Ausbesserungsarbeiten an der Holzbrücke, die Eckernförde mit dem (feier-autonomen) Stadtteil Borby verbindet, wurde das vollständige Skelett einer männlichen Person ausgebuddelt. Auffällig die Lage und Haltung: Das Skelett steckte mit ausgestrecktem rechtem Arm im Hafenschlick. Spontan vor Ort wurde die Theorie entwickelt, die Leiche müsse aus den dreissiger Jahren stammen. Aber einerseits „kann nicht sein was nicht sein darf“ und andererseits steckt in Borby bekanntlich immer etwas mehr dahinter. Bestätigt wurde dies durch die Abenduniversität Grünholz, deren Analysen die Leiche eindeutig auf das frühe 12. Jahrhundert datierten.
Es berichten die Borbyants in ihrer Geschichte weiter, konnte der Freilufttrinker Hans B., besser bekannt unter den Namen „Jonny Borby“ sich noch an der Baugrube an „so ne alte Sage von früher noch“ erinnern. Intensive Mühen sowohl von Hans B. als auch den Borbyants förderten dann eine Schriftrolle aus den verschollenen Archiven hervor. Der Schrift zufolge lebte im Jahr 1102 nördlich der Durchfahrt zum Noor ein Edelmann mit Namen „Siegfried von Borby“, der als „Schulze des Gemeynwesens“ bezeichnet wurde. Dieser Siegfried soll sich „eyner Liebeley mitsamet des Altenhofer Töchterleyn erfreuet“ haben.

Nun konnte die Altenhoferin mangels Brücke nicht selbständig nach Borby gelangen. Sie pflegte sich in einem Nachen herüberziehen zu lassen, wozu ihr eine Leine über den Hafen zugeworfen wurde. Ihr Ruf: „Herr Siegfried, werft mir die Leine zu“ wurde in verkürzter Form zu einem Synonym für jene Örtlichkeit.

Nach etwa einem halben Jahr „hefftiger Liebeley“ ereilte Siegfried dann sein grausiges Schicksal. Sein Gleichgewichssinn war wohl gestört, jedenfalls stürzte er kopf- bzw. armüber beim Leinenwurf in das Hafenbecken, wo er im Schlamm steckenblieb. Seine Leiche wurde nicht geborgen, teils um Siegfrieds unrühmliches Ende zu vertuschen, teils um den Aalfang zu fördern.

Stolz verweisen die Borbyants darauf, dass durch den Skelettfund diese alte Geschichte bestätigt worden sei. Welcher Ort aber sei geeigneter um die so rechtmäßige 900 Jahrfeier zu begehen, als die jenes Leinenwurfortes, der noch heute verkürzt „Siegfried-Werft“ genannt wird.
Die Borbyants wollen das neuerliche Jubeljahr mit einer bunten Mischung voller Rock-Oldies einläuten, wobei auch Jonny Borby und der Edelmann Siegfried nebst Geliebter geehrt werden sollen.

Freitag der 10 Januar 2003 in der Siegfried Werft. Vorverkauf ab sofort daselbst.

030103 Eckernförder Zeitung

 

Heiße Musik für kalte Tage

Back in town: Das „Ecktown Blues Project“ heizte am Freitagabend in der Siegfriedwerft gehörig ein. Die Eckernförder Formation entstand aus dem „Hafenmusikerstammtisch.“




„Ursprünglich war es eher mehr private Spielfreude die uns zusammenbrachte“ berichtet Kay Kankowski. Aber bald probten die fünf Musiker für das Hafenmusik Open Air im Sommer. Der Erfolg „zwang“ sie dann zu weitermachen. Es folgte, mit den anderen hafenmusic Bands, ein größerer Auftritt im Rahmen der Sail in Travemünde.

In der Siegfriedwerft hatte die Truppe erstmalig in einem geschlossenen Raum gespielt. Neben dem in Eckernförde bestens bekannten Sänger und vielseitigen Gitarristen Kay Kankowski – im Zivilstand sowohl Gitarrenlehrer als auch -Händler – steht der ebenfalls von vielen Auftritten bekannte Rainer Beuthel. Sonst als Bibliothekar eher den leiseren Tönen zugetan, zeigte er nun, dass er mit rauer Stimme auch mächtig laut sein konnte. Neben virtuosem Gitarrenspiel beherrscht er auch noch die Mundharmonika. Einem Feuerwerk gleich wirbelt der Eckernförder Björn Lüdke am Schlagzeug. Präziseste Rhythmen, knallende Beckenschläge bei akrobatischer Leichtigkeit im Umgang im den Sticks sind sein Markenzeichen.

Als „Mojo-Man“ präsentierte sich „Paddy“ Patrick O´’ Connor. Ansonsten schwärzeste Läufe am e-Bass spielend, sang er Muddy Waters „I Got My Mojo Working“ gekonnt an. Seine Musikerkollegen griffen die Töne auf um bald weiterimprovisierend im Quartett den Song zum Jubel des Publikums immer neu zu variieren. Patrick O´Connor ist nach einer längeren Musikerkarriere in England als Förster in der Nähe von Plön ansässig geworden.

Aus Plön kommt auch der 40-jährige Erzieher Jürgen Hamann. Als alter Bluesmusiker spielt er auch in einer anderen Gruppe Gitarre und singt. Somit ist die Besetzung der Band etwas ungewöhnlich: drei Gitarristen, ein Bassist und Schlagzeug geben einen besonderen Sound und zogen das Publikum in ihren Bann.

Am Ende des Abend kochte der Raum, und nicht nur den Musikern war es richtig heiss geworden.

Einige Besucher tanzten am Rand des Schankraumes, als die Musiker eine besondere Zugabe ansagten: In Postfeld solle das „ET Blues Project“ spielen, so war es vereinbart. Allerdings als die Musiker an der Tür der Kneipe rüttelten, blieb alles dunkel – der Wirt hatte die Vereinbarung wohl nicht ernst genommen oder schlicht vergessen. Das klassiche Thema für einen Blues, und Rainer Beuthel schrieb noch am selben Abend einen Text dazu. Die Musik dazu wurde gleich doppelt komponiert: Sowohl der Texter als auch Kay Kankowski steuerten eine unterschiedliche Fassung bei.

Der doppelte „Postfeld Blues“, beide Male auf deutsch gesungen wurde der witzige abschliessende Höhepunkt eines weiteren erfolgreichen hafenmusic-Konzerts.

Die Reihe wird am Freitag, 6. Dezember mit einem witzigen Weihnachtsbenefiz fortgesetzt. Die Fans vom Hafenblues müssen sich allerdings noch etwas gedulden: Der nächste bekannte Termin ist erst am 14. August 2003 auf dem Rathausmarkt.

  

Erschienen in der Eckernförder Zeitung am 11.11.2002

111102 Eckernförder Zeitung

 

Alte „Folkmusic“ in junger Passage In der neu eröffneten Speicher-Passage am Hafen spielte am Sonnabend die Gruppe Liederjan fröhliche Musik zu deutschen Texten

Zu den Highlights der Feierlichkeiten der Neueröffnung der Speicher-Passage am Hafen zählten die Auftritte der „Volksmusikgruppe“ Liederjan. Als eine der ersten Gruppen die es wagten, alte deutsche Texte zu historisch überlieferten Melodien zu singen, trat Liederjan vor 27 Jahren an die Öffentlichkeit. Inzwischen lösten sich alle anderen Gruppen aus diesem Musikbereich auf – während Liederjan sich erneuerte. Neben den Gründungsmitgliedern Jörg Ermisch und Anselm Noffke fand als neuer dritter Mann Jürgen Leo dazu. Das Trio bringt weiterhin altes deutsches Liedgut, wie es seit jeher im Volk tradiert wird, hat aber auch mehr zu bieten. „Wir spielen auch gerne alte Musik mit neuen Texten“ erläutert Jürgen Leo, „diese Texte sind entweder von deutschen Dichtern oder auch von uns geschrieben“. Selbstverständlich können die Barden auch platt singen, alle drei leben im Norden Deutschlands.
Der Auftritt in der Speicher-Passage war geprägt von witzigen Texten und flotten Melodien mit frechen, perfekt aufeinander abgestimmten Wechselmoderationen. Lahmer ist das Trio in den fast dreißig Jahren seines Bestehens bestimmt nicht geworden. Eine schnelle Sprachkaskade, die vergangene Erziehungsideale karikierte, quittierte das Publikum mit lautem Lachen: „Sitz grade“, „sag Danke“ und „noch einen Löffel für Papi“ lösten bei den Erwachsenen eher erheiternde Erinnerungen aus, als bei der zahlreich erschienenen Jugend. Ein weiterer moderner Titel knüpfte an die Liedertradition der Fahrenden und Nichtsesshaften an, um in heutigen Stereotypen zu landen: „Haste mal ne Mark“.
Das freudig mitgehende Publikum zeigte deutlich, dass diese alte Musik immer wieder neu begeistern kann, ob als Volksmusik bei den reiferen Jahrgängen oder als „deutscher Folk“ bei den Jungen.

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